Berlin: AfD kritisiert mangelnde Transparenz bei steigender Waffengewalt und startet eigene Plattform
AfD fordert mehr Transparenz bei Waffengewalt in Berlin

Berliner AfD startet Plattform zu Waffengewalt und kritisiert Senat scharf

Die steigende Messer- und Schusswaffengewalt in Berlin entwickelt sich zu einem zentralen Wahlkampfthema. Die AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus wirft dem schwarz-roten Senat aus CDU und SPD mangelnde Transparenz im Umgang mit Gewaltstraftaten vor und hat nun mit einem eigenen Internetangebot reagiert.

AfD-Fraktion präsentiert "Messer-App" für mehr Transparenz

Die Berliner AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker erklärte: "Das Unsicherheitsgefühl in der Stadt hat erheblich zugenommen." Dies stehe im deutlichen Widerspruch zu den Versprechungen des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner, der im Wahlkampf 2023 ein "sicheres Berlin" zugesagt hatte.

Mit einer als "Messer-App" bezeichneten Übersicht will die AfD-Fraktion nach eigenen Angaben für mehr Transparenz sorgen. Die auf der Webseite der Fraktion abrufbare Plattform zeigt:

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  • Die Anzahl der von der Polizei veröffentlichten Vorfälle der letzten 30 Tage
  • Die Zahl der dabei Verletzten
  • Eine interaktive Karte mit den Tatorten
  • Durchschnittszahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik von 2025

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thorsten Weiß, kritisierte, dass Berlin zu den wenigen Bundesländern gehöre, die keine Daten zur Nationalität von Verdächtigen veröffentlichen. Die AfD plane, die Darstellung künftig um Schusswaffengebrauch und Sexualstraftaten zu erweitern.

Besorgniserregende Zahlen zur Waffengewalt in der Hauptstadt

Die statistischen Daten zur Waffengewalt in Berlin zeigen eine alarmierende Entwicklung:

Bei Messerangriffen registrierte die Polizei 2024 insgesamt 3.412 Fälle. Im Jahr 2025 stieg diese Zahl auf 3.599 Fälle an – ein Anstieg um 5,5 Prozent. Von diesen waren etwa die Hälfte Drohungen. Die Polizei ermittelte 1.906 Verdächtige, von denen 86 Prozent männlich und 56 Prozent nichtdeutscher Staatsangehörigkeit waren.

Noch dramatischer fällt die Entwicklung bei Schusswaffen aus: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg von 68 Prozent bei Straftaten mit Schusswaffengebrauch oder -drohung. Insgesamt wurden 1.119 Fälle registriert, wobei in 515 Fällen tatsächlich geschossen wurde.

Politische Reaktionen und Gegenmaßnahmen

Polizei und Staatsanwaltschaft haben auf die besorgniserregende Entwicklung bereits mit der Einrichtung von Sondereinheiten reagiert. Der Senat hat zudem drei Waffen- und Messerverbotszonen eingerichtet:

  1. Görlitzer Park in Kreuzberg
  2. Kottbusser Tor in Kreuzberg
  3. Leopoldplatz in Wedding

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Burkhard Dregger, verweist auf erste Erfolge: "Die Messerkriminalität sei in diesen drei Zonen um bis zu 45 Prozent zurückgegangen." Er plädiert dafür, die Verbotszonen regelmäßig zu verlegen oder personell aufzustocken, um weitere neuralgische Punkte zu schützen.

Kritik von politischer Konkurrenz

Die Linke-Fraktion übt scharfe Kritik an der AfD-Initiative. Aus ihrer Sicht geht es der AfD darum, "gezielt Angst in der Bevölkerung zu verstärken und zu instrumentalisieren, um Hass gegen Zugewanderte zu schüren".

Die AfD hingegen betont, dass ihr Vergleich der polizeilichen Einsatzmeldungen mit den Zahlen der Kriminalstatistik erhebliche Differenzen aufzeige und damit den Bedarf an mehr Transparenz belege. Die Debatte um Waffengewalt und Transparenz in der Hauptstadt dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.

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