Pannen-Bergwerk Teutschenthal vor Pleite: 88 Millionen gefordert
Bergwerk Teutschenthal vor Pleite: 88 Mio gefordert

Gefahr durch Hohlräume: Pannen-Bergwerk Teutschenthal vor der Pleite – wer sorgt nun für Sicherheit?

Die Betreiber der Grube Teutschenthal bei Halle fordern vom Land 88 Millionen Euro, um eine Insolvenz abzuwenden. Das frühere Salzbergwerk macht nicht zum ersten Mal Probleme.

Von Hagen Eichler und Steffen Höhne

24.04.2026, 18:00

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Jahrzehntelang wurde unter Teutschenthal Kali und Steinsalz abgebaut. Jetzt müssen die Schächte verfüllt werden. (Foto: Steffen Schellhorn)

Magdeburg/Halle/MZ – Der Eigentümergesellschaft des früheren Salz- und Kalibergwerks Teutschenthal im Saalekreis droht die Insolvenz. Um diese abzuwenden und die Sanierung der Grube fortzusetzen, fordert der in Bayern ansässige Mutterkonzern vom Land Sachsen-Anhalt knapp 90 Millionen Euro. Das hat die Landesregierung dem Finanzausschuss des Landtags mitgeteilt.

Die Grube Teutschenthal ist ein ehemaliges Bergwerk, in dem über viele Jahrzehnte Kali- und Steinsalz abgebaut wurden. Nach der Stilllegung des Bergwerks wurden die unterirdischen Hohlräume jahrzehntelang zur Einlagerung von Abfällen genutzt. Nun droht die Gefahr, dass die Hohlräume einstürzen und die Standsicherheit der Tagesoberfläche gefährden. Die Sanierung der Grube ist daher dringend erforderlich, um die Sicherheit der Region zu gewährleisten.

Der Betreiber des Bergwerks, die Grube Teutschenthal GmbH, gehört zum bayerischen Unternehmen K+S. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit Finanzmittel vom Land Sachsen-Anhalt erhalten, um die Sanierung voranzutreiben. Nun fordert K+S weitere 88 Millionen Euro, um eine Insolvenz der Grube Teutschenthal GmbH zu verhindern. Ohne diese Zahlung, so das Unternehmen, könne die Sanierung nicht fortgesetzt werden.

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat die Forderung dem Finanzausschuss des Landtags vorgelegt. Die Abgeordneten müssen nun entscheiden, ob das Land die zusätzlichen Mittel bereitstellt. Die Summe von 88 Millionen Euro ist dabei nur ein Teil der Gesamtkosten der Sanierung, die auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt werden.

Die Grube Teutschenthal ist nicht das erste Bergwerk, das in Sachsen-Anhalt Probleme bereitet. Bereits in der Vergangenheit gab es Schwierigkeiten mit der Sanierung von stillgelegten Bergwerken, etwa im Raum Mansfeld-Südharz. Die Sanierung der Grube Teutschenthal ist jedoch besonders dringlich, da die Hohlräume direkt unter der Ortschaft Teutschenthal liegen und ein Einsturz verheerende Folgen hätte.

Die Opposition im Landtag kritisierte die Forderung des Betreibers. Die Linke erklärte, dass das Land nicht endlos Geld für die Sanierung von Bergwerken bereitstellen könne, die von privaten Unternehmen betrieben wurden. Die CDU hingegen betonte die Notwendigkeit der Sanierung und forderte eine schnelle Entscheidung, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die Landesregierung steht nun vor der schwierigen Entscheidung, ob sie die 88 Millionen Euro bewilligt oder nicht. Eine Ablehnung könnte die Insolvenz der Grube Teutschenthal GmbH bedeuten, was die Sanierung weiter verzögern und die Gefahr für die Region erhöhen würde. Eine Zustimmung hingegen würde die ohnehin angespannte Haushaltslage des Landes weiter belasten.

Die Entscheidung des Finanzausschusses wird in den kommenden Wochen erwartet. Bis dahin bleibt die Zukunft der Grube Teutschenthal und die Sicherheit der Region ungewiss.

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