Betrügerbande missbraucht Namen von AfD-Chefin Weidel für Anlagebetrug
Eine ukrainische Betrügerbande hat systematisch Anleger getäuscht, indem sie hohe Renditen versprach und dabei fälschlicherweise behauptete, AfD-Chefin Alice Weidel wäre an den Investitionen beteiligt. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat nun die beiden Haupttäter vor Gericht gebracht.
Die Masche der Betrüger
Die beiden Angeklagten, Liudmyla A. (67, Künstlerin) und Mykhailo B. (59, Schuster), sind Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die gemeinsam in Słubice in Polen lebten, nahe der deutschen Grenze. Laut Anklage bildeten sie mit weiteren Mittätern eine kriminelle Vereinigung, die sich eine erhebliche Einnahmequelle verschaffen wollte.
Die Betrugsmasche war ausgeklügelt: Die Bande kontaktierte potenzielle Opfer und versprach ihnen außergewöhnlich hohe Renditen von bis zu 12 Prozent innerhalb von nur zehn Tagen. Als Anlageobjekte wurden Gold und Kryptowährungen genannt. Um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen, logen die Täter, dass auch AfD-Chefin Alice Weidel in diese Investitionen eingestiegen sei.
Statt das Geld tatsächlich anzulegen, behielten die Betrüger es für sich selbst. Der Staatsanwalt betonte in seiner Anklageschrift: „Innerhalb von zehn Tagen sollte es 12 Prozent Rendite geben. Doch statt das Geld anzulegen, steckten sie es selbst ein.“
Hohe Schäden und spektakuläre Festnahme
Die finanziellen Verluste der Betrogenen sind erheblich. Eine Brandenburgerin verlor laut Anklage insgesamt 732.999 Euro, während eine Schweizerin 540.000 Franken einbüßte. Ein besonders spektakulärer Fall ereignete sich in Dresden, wo ein Rentner 30.000 Euro in bar übergeben wollte.
Der Senior erzählte seiner Tochter von der geplanten Transaktion, die daraufhin die Polizei informierte. Statt des Rentners standen am Ende Polizisten zur Geldübergabe bereit, was zur Festnahme der Betrüger führte. Diese koordinierte Aktion der Ermittler brachte die kriminelle Aktivität der Bande zu Fall.
Gerichtsurteile und Geständnisse
Beide Haupttäter legten schließlich vor Gericht Geständnisse ab. Mykhailo B., der bereits wegen Drogenhandels vorbestraft war und in Haft saß, wurde wegen seiner Beteiligung an den Betrugsfällen in der Schweiz und Brandenburg zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.
Liudmyla A., die bis zum Prozess im Frauenknast in Chemnitz in Untersuchungshaft gesessen hatte, kam wegen ihres Erstvergehens in Dresden mit einer Bewährungsstrafe von neun Monaten davon. Die Richter berücksichtigten bei ihrem Urteil, dass es sich bei dem Dresdner Fall um ihre erste Straftat dieser Art handelte.
Hintergrund der Täter
Die beiden ukrainischen Staatsbürger nutzten ihre Situation als Kriegsflüchtlinge aus, um von Słubice aus ihre kriminellen Aktivitäten in Deutschland zu koordinieren. Ihre Wohnlage nahe der Grenze ermöglichte es ihnen, relativ unauffällig zwischen Polen und Deutschland zu pendeln.
Die Ermittlungen begannen nach einem anonymen Tipp, der die Polizei auf die Spur der Betrügerbande brachte. Die Behörden warnen vor solchen Anlagebetrügereien und raten Investoren, besonders skeptisch zu sein, wenn unrealistisch hohe Renditen innerhalb kurzer Zeit versprochen werden.



