Bielefelder Messerattacke: Fünf Fußballfans schwer verletzt - Opfer leiden noch heute
Ausgelassen feierten sie den Aufstieg von Arminia Bielefeld in die 2. Fußball-Bundesliga. Die Fußball-Fans bemerkten gar nicht, wie sich der bewaffnete Angreifer anschlich. „Auf einmal kam ein Schatten von der Seite, ein Mann schrie Allahu Akbar, und dann spürte ich was am Arm, es wurde nass und warm. Und dann ist Daniel umgefallen“, berichtet Sarah (27) von der Messer-Attacke vor einer Bar. Sie ist eines von insgesamt fünf Opfern des IS-Attentäters von Bielefeld.
Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf
Am Montag fand vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der 2. Prozesstag gegen Mahmoud M. (36) statt. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten mehrfachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Mitgliedschaft in der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vor. Der Syrer soll am 18. Mai 2025 vor der Bar „Cutie“ in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) mit einem Messer und einem Stockdegen auf feiernde Gäste eingestochen haben.
Vier Männer und eine Frau wurden schwerst verletzt, vier der Opfer schwebten vorübergehend sogar in Lebensgefahr. Laut Anklage soll sich Mahmoud M. seinen Opfern heimtückisch genähert haben. Der Islamist stützte sich auf eine vermeintliche Gehhilfe, in Wirklichkeit war es ein mit einem Messer präparierter Stock! Plötzlich stach er zu, in voller Tötungsabsicht.
Die schweren Verletzungen der Opfer
Auch Opfer Sarah realisierte anfangs die Attacke des IS-Kämpfers gar nicht und bemerkte auch die Schwere ihrer Verletzungen nicht. Zwei Stiche trafen die Taxifahrerin in den Arm, ein dritter traf ihre Brust, dadurch kollabierte ein Lungenflügel. „Der Arzt im Krankenhaus sagte mir später, wie froh er ist, dass er überhaupt mit mir reden kann. Erst da wurde mir klar, wie knapp ich überlebt habe“, berichtet die 27-Jährige am Montag dem Gericht.
Fußball-Fan Daniel wurde lebensgefährlich verletzt. Auf ihn stach der Attentäter mehr als zehnmal ein. Bewusstlos brach das Opfer vor der Bar zusammen, weil es so viel Blut verloren hatte. Sein Leben danach: „Bis heute kann ich meinen Arm nicht richtig bewegen, habe meinen Job verloren. Und ich hatte zuletzt epileptische Anfälle.“
Opfer Kevin (28) erlitt bei dem Attentat ebenfalls lebensgefährliche Verletzungen. Leber und Galle wurden getroffen, der Postbote musste stundenlang notoperiert werden. „Ich dachte vor der Bar erst, ich hätte nur einen Schlag bekommen, spürte dann aber sofort einen starken Schmerz. Ich habe mit der Hand dahin gefasst, alles war voller Blut. Dann bin ich zu Boden gegangen“, erinnert sich Kevin an die Geschehnisse. „Später kamen Sanitäter, sie liefen an mir vorbei. Da hatte ich Todesangst! Besonders, dass meine kleine Tochter ohne Papa aufwachsen muss.“
Langfristige Folgen für die Geschädigten
Rechtsanwältin Stefanie Höke vertritt die drei Geschädigten als Nebenklägerin: „Alle sind bis heute arbeitsunfähig, haben Angstzustände und Albträume und trauen sich teilweise bis heute nicht, alleine nach draußen.“
Die fünf Menschen, die bei der Messer-Attacke vor einer Bar in Bielefeld schwerst verletzt wurden, leiden noch heute unter dem Angriff. Die physischen und psychischen Wunden sind tief und beeinträchtigen ihr Leben nachhaltig.
Festnahme und Beweislage
Nach dem Angriff flüchtete Mahmoud M., konnte aber in einer Hochhaussiedlung in Heiligenhaus lokalisiert werden. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte ihn dort in einer Wohnung. In seinem zurückgelassenen Rucksack am Tatort hatte die Polizei weitere Messer und eine brennbare Flüssigkeit entdeckt.
Mahmoud M. flüchtete nach der Tat und konnte einen Tag später in Heiligenhaus verhaftet werden. Der Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Terroristen findet im Hochsicherheitsgebäude des Düsseldorfer Oberlandesgerichts statt und wird fortgesetzt.



