Blutrache-Prozess in Frankfurt: Acht Männer wegen tödlicher Schüsse am Hauptbahnhof angeklagt
Blutrache-Prozess: Acht Männer wegen Mordes angeklagt

Blutrache-Prozess in Frankfurt: Acht Männer wegen tödlicher Schüsse am Hauptbahnhof angeklagt

Vor dem Landgericht Frankfurt hat ein aufsehenerregender Mordprozess begonnen, in dem acht Männer wegen eines tödlichen Angriffs am Frankfurter Hauptbahnhof angeklagt sind. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im August 2024 einen 27-jährigen Mann gezielt erschossen zu haben, wobei die Tat auf eine langjährige Familienfehde in der Türkei zurückgehen soll.

Heimtückischer Mord aus kurzer Distanz

Insgesamt sitzen acht Männer im Alter zwischen 22 und 56 Jahren auf der Anklagebank, die teils die deutsche und teils die türkische Staatsangehörigkeit besitzen. Sieben von ihnen werden des heimtückischen Mordes beschuldigt, während einem Mann Verabredung zu einem Verbrechen vorgeworfen wird. Das Opfer soll aus der anderen mutmaßlich an der Fehde beteiligten Familie stammen.

Laut Anklage soll der heute 56-jährige Hauptangeklagte den jungen Mann in der Nähe der Gleise des Hauptbahnhofs getötet haben. Er habe ihm zunächst aus einem Abstand von etwa 30 Zentimetern von hinten einen gezielten Schuss in den Kopf verpasst und anschließend zwei weitere Schüsse auf den am Boden Liegenden abgefeuert. Das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

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Hintergrund: Blutrache und gezielte Auswahl des Opfers

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Tat als Blutrache für den gewaltsamen Tod eines Familienmitglieds in der Türkei gedient haben soll. Die Angeklagten hätten das Opfer gezielt ausgewählt, da dieser auf der Plattform TikTok aktiv war und sich regelmäßig live filmte, was Rückschlüsse auf seinen Aufenthaltsort ermöglichte.

Am Tatabend habe der junge Mann per Zug zunächst den Mainzer Hauptbahnhof und anschließend den Frankfurter Hauptbahnhof erreicht, wo ihn zwei der Angeklagten erwarteten. Nach seiner Ankunft mit dem ICE sei es zu der tödlichen Konfrontation gekommen.

Festnahmen und Prozessauftakt

Die Bundespolizei konnte den mutmaßlichen Schützen noch im Bahnhof festnehmen, bevor er mit einem Zug fliehen konnte. In den folgenden Monaten wurden auch die weiteren Beschuldigten verhaftet und in Untersuchungshaft genommen.

Am ersten Prozesstag ließen die Angeklagten durch ihre Rechtsanwälte erklären, dass sie sich vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern möchten. Die Staatsanwaltschaft verlas ihre Anklageschrift, in der sie die schwerwiegenden Tatvorwürfe detailliert darlegte.

Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf die tragischen Folgen von Familienkonflikten, die über Ländergrenzen hinweg ausgetragen werden, und unterstreicht die Herausforderungen für die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung solcher Gewalttaten.

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