Ein Brand in der Veranstaltungsstätte Nordlicht in Rostock-Lichtenhagen hat die Schulspeisung lahmgelegt. Die bisher dort stattfindende Essensausgabe für die Grundschule Rudolf Tarnow und die Regionale Nordlicht-Schule wird vorübergehend in die Schulgebäude verlegt. Der zuständige Senatsbereich Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport informierte, dass der städtische Anbieter Mittagsmatrosen die Kinder nun direkt in den Schulen versorgt.
Brand gegen Mitternacht ausgebrochen
In der Nacht von Samstag, dem 9. Mai, auf Sonntag brannte es in dem Gebäudekomplex in der Ratzeburger Straße 8. Das Gebäude ist marode und leerstehend und soll abgerissen werden. Lediglich ein Saal wurde noch für die Schulspeisung genutzt. Ein Zeuge alarmierte die Polizei gegen Mitternacht, woraufhin Polizei und Feuerwehr sofort ausrückten. Nach ersten Erkenntnissen brach der Brand im Außenbereich aus und griff auf das Gebäude über. Das Ausmaß des Schadens ist noch unklar, jedoch ist der Speisesaal betroffen. Die Feuerwehr musste Scheiben einschlagen, um den Brand zu löschen. Die Brandursache wird derzeit ermittelt. Polizeisprecherin Katja Weizel erklärte, dass zunächst von vorsätzlicher Brandstiftung ausgegangen werde, ein technischer Defekt jedoch nicht ausgeschlossen sei.
Schäden sollen schnell behoben werden
Frank Streeck, Projektentwickler von Atrium Haus Rostock, die den Nordlicht-Komplex im Auftrag der Muhsal-Gruppe entwickelt, sagte: „Wir wollen den Schaden so schnell wie möglich beheben, damit die Schulspeisung wieder im Nordlicht stattfinden kann.“ Der Schaden sei überschaubar. Streeck hofft, den Essenssaal in den nächsten Tagen wieder in Betrieb nehmen zu können. Das weitere Vorgehen werde im engen Austausch mit den Behörden besprochen. Laut Stadtverwaltung wird die Versorgung zunächst über Anlieferung in Assietten sichergestellt. Die Mittagsmatrosen bringen das Besteck in die Schulen.
Hintergrund: Nordlicht soll abgerissen werden
Die Veranstaltungsstätte Nordlicht war Ende vergangenen Jahres geschlossen worden. Der Gebäudekomplex aus den 1970er-Jahren ist baufällig und soll abgerissen werden. Auf dem Grundstück sollen nach dem Abriss ein 16-geschossiges Hochhaus und ein sechsgeschossiges Mehrfamilienhaus mit insgesamt 150 Wohnungen entstehen. Als Ersatz für die bisherige Veranstaltungsstätte ist ein mehr als 400 Quadratmeter großer Multifunktionssaal zwischen den Neubauten geplant, in dem künftig auch die Schulspeisung stattfinden soll.



