Brandanschlag auf Asphaltwerk in Wandlitz führt zu monatelangem Produktionsstopp
Ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag hat das Asphalt-Mischwerk in Wandlitz-Schönerlinde nördlich von Berlin schwer beschädigt. Die Produktion muss nach Angaben des Unternehmens Eurovia für mindestens sechs Monate eingestellt werden. Die Instandsetzung des Werks wird voraussichtlich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, wie das Unternehmen mitteilte.
Bekennerschreiben auf Indymedia veröffentlicht
Nach dem Feuer vor etwa zwei Wochen wurde auf der Internetplattform Indymedia ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Eine offensichtlich linksextremistische Gruppe reklamiert die Tat für sich. Die Polizei hält das Schreiben für authentisch und geht von einem gezielten Anschlag aus.
Innenminister Jan Redmann (CDU) äußerte sich am Mittwoch besorgt über die Sicherheitslage. „Die Täter konnten leicht an das nicht umzäunte Werk herankommen und ohne großen Aufwand erheblichen Schaden anrichten“, sagte Redmann. Er sieht mögliche Bezüge zu einer Kampagne aus der linksextremistischen Szene gegen ein geplantes Atommüllendlager in Frankreich.
Eurovia ergreift Sicherheitsmaßnahmen
Das Unternehmen Eurovia, das zum französischen Baukonzern Vinci Construction gehört und unter anderem Verkehrswege baut, gab an, dass es vor dem Brand keine Drohungen gegeben habe. Der Vorfall sei nicht vorhersehbar gewesen. Nun werden Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Beschäftigten und der Anlagen zu erhöhen.
Der Produktionsausfall soll durch andere Anlagen des Unternehmens ausgeglichen werden. Die genaue Höhe des Schadens kann laut Eurovia noch nicht beziffert werden, die Polizei spricht jedoch von einem Millionenschaden.
Folgen für die Region und die Bauindustrie
Der sechsmonatige Stillstand des Asphaltwerks in Wandlitz hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen, sondern könnte auch regionale Bauprojekte beeinträchtigen. Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und die langfristige Instandsetzung unterstreichen die Ernsthaftigkeit des Vorfalls.



