Bremen: Mann zu Haftstrafe verurteilt - Familie jahrelang eingesperrt und gequält
Bremen: Mann zu Haft verurteilt - Familie jahrelang gequält

Bremen: Mann zu Haftstrafe verurteilt - Familie jahrelang eingesperrt und gequält

Im Prozess um die jahrelange Misshandlung seiner Familie ist ein 45-Jähriger vor dem Landgericht Bremen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine damalige Partnerin und deren beiden Töchter über sieben Jahre hinweg kontrollierte, isolierte und quälte.

Massives Lügengeflecht und grausame Methoden

Wie die Vorsitzende Richterin ausführte, baute der Angeklagte ein massives Lügengeflecht auf. In den Jahren 2013 bis 2019 redete er seiner Familie ein, sie müssten sich vor der Drogenmafia verstecken und litten an schweren, teils ansteckenden Krankheiten. Als angeblicher Arzt verabreichte er ihnen Spritzen, unter anderem in den Kopfbereich.

Besonders grausam war die Behandlung der beiden Mädchen: Der Mann sperrte sie tagelang in ihren Zimmern ein und stellte lediglich einen Eimer für die Notdurft zur Verfügung. Diese Isolation und die erfundenen Bedrohungen dienten dazu, die Familie vollständig zu kontrollieren.

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Urteil und rechtliche Folgen

Das Landgericht verurteilte den 45-Jährigen wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Die Kammer stützte sich dabei auf umfangreiche Beweise, darunter Tagebucheinträge der Mädchen, Aussagen der Familienmitglieder und Angaben des Angeklagten selbst.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich. Aufgrund der langen Dauer des Strafverfahrens gewährte das Gericht einen Vollstreckungsabschlag von sechs Monaten. Die tatsächliche Haftzeit beträgt damit drei Jahre und vier Monate.

Folgen für die betroffene Familie

Die siebenjährige Qual hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die betroffene Familie. Die erfundenen Krankheiten und die ständige Bedrohung durch eine angebliche Drogenmafia führten zu einer vollständigen Isolation vom sozialen Umfeld. Die psychischen und physischen Folgen für die Partnerin und die beiden Töchter sind erheblich und werden wahrscheinlich noch lange nachwirken.

Der Fall zeigt einmal mehr, wie komplex und langwierig Verfahren bei schweren familiären Misshandlungen sein können. Die Justizbehörden in Bremen betonten die Wichtigkeit einer gründlichen Aufarbeitung solcher Verbrechen, um den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

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