Bremens Sicherheitsbilanz: Weniger Eigentumsdelikte, aber alarmierender Anstieg bei Gewaltverbrechen
Bremen: Weniger Diebstähle, mehr Gewalt in der Kriminalstatistik

Bremens Polizei präsentiert gemischte Kriminalitätsbilanz für 2025

Die Sicherheitslage im kleinsten Bundesland zeigt eine zwiespältige Entwicklung: Während Eigentumsdelikte deutlich zurückgehen, verzeichnet die Polizei einen alarmierenden Anstieg bei Gewaltverbrechen. Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) und Polizeipräsident Dirk Fasse stellten die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) vor und zeichneten ein Bild von einer Stadt, die statistisch sicherer wird, aber mit wachsender Brutalität zu kämpfen hat.

Rückgang der Gesamtkriminalität erreicht neuen Höchstwert

Im vergangenen Jahr bearbeitete die Bremer Polizei insgesamt 94.400 Straftaten, was einem Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Sowohl Bremen als auch Bremerhaven sind sicherer geworden“, betonte Innensenatorin Högl bei der Präsentation der Zahlen. Besonders erfreulich sei die gestiegene Aufklärungsquote von 49 Prozent, die einen neuen Rekordwert darstellt und die Effektivität der Ermittlungsarbeit unterstreicht.

Den deutlichsten Rückgang verzeichneten die Diebstahlsdelikte: Allein in der Stadt Bremen wurden 2025 fast 7.000 Diebstähle weniger registriert als im Vorjahr. Polizeipräsident Fasse erklärte diesen statistischen Effekt mit mehreren Faktoren: „Einerseits sind tatsächlich weniger Langfinger unterwegs, andererseits haben wir 2024 viele Altfälle aus vergangenen Jahren abgearbeitet, die nicht mehr in die aktuelle Statistik einfließen.“

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Bürgerengagement und Polizeimaßnahmen zeigen Wirkung

Der positive Trend bei Eigentumsdelikten ist nicht nur statistischer Natur. Die Rückgänge bei Wohnungseinbrüchen und Fahrraddiebstählen führen die Verantwortlichen auf verschiedene Maßnahmen zurück. Viele Bremerinnen und Bremer sichern ihre Wohnungen durch verbesserte Fenster- und Türsicherungen und nutzen registrierte Fahrräder oder überwachte Abstellanlagen.

Auch bei Raubdelikten zeigt die Statistik eine erfreuliche Entwicklung, die laut Polizeiangaben auf verstärkte Videoüberwachung und die Arbeit der Sonderkommission „Junge Räuber“ zurückzuführen ist. Diese gezielten Präventions- und Ermittlungsansätze tragen maßgeblich zur verbesserten Sicherheitslage bei.

Alarmierende Zunahme von Gewaltdelikten bereitet Sorgen

Während die Zahlen bei Eigentumsdelikten optimistisch stimmen, bereitet die Entwicklung bei Gewaltverbrechen den Sicherheitsbehörden große Sorgen. „Der Ton in unserer Gesellschaft ist rauer geworden“, konstatierte Innensenatorin Högl und verwies auf einen besorgniserregenden Trend: Die Bremer Polizei verzeichnete 2025 einen Anstieg von 31,5 Prozent bei Körperverletzungen und 27,8 Prozent bei Tötungsdelikten.

Besonders dramatisch ist die Situation im Bereich häuslicher Gewalt: In der Stadt Bremen nahm die Partnerschaftsgewalt um elf Prozent zu, die innerfamiliäre Gewalt stieg um sieben Prozent. „Bei häuslicher Gewalt ist jeder Fall einer zu viel“, betonte Högl nachdrücklich. Auch Messerangriffe haben laut Statistik deutlich zugenommen.

Gewalt gegen Einsatzkräfte erreicht besorgniserregendes Ausmaß

Ein weiterer alarmierender Aspekt der Statistik betrifft die zunehmende Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte. Fast 800 Fälle, in denen Polizeibeamte im kleinsten Bundesland attackiert wurden, dokumentieren eine gefährliche Entwicklung. Auch Rettungskräfte sehen sich laut den aktuellen Zahlen vermehrt Gewaltausbrüchen ausgesetzt.

Polizeipräsident Fasse wies darauf hin, dass diese Entwicklung nicht nur statistisch erfasst wird, sondern sich im täglichen Dienst der Einsatzkräfte deutlich bemerkbar macht. Die Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, trotz der insgesamt positiven Entwicklung bei Eigentumsdelikten der wachsenden Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft wirksam zu begegnen.

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