Schicksal Brian (24) verliert Bein bei Bootsunfall im Traumurlaub
Brian (24) verliert Bein bei Bootsunfall im Urlaub

Ein Traumurlaub endet für Brian Pethke (24) aus Schwedt in der Uckermark mit einem Albtraum. Am 5. April wird er beim Tauchen in Französisch-Polynesien von einem Boot überfahren und verliert einen Teil seines rechten Beins. Seither kämpft er sich zurück ins Leben. Nun steht eine Hauttransplantation an, und Freunde haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Der schreckliche Unfall

Gemeinsam mit seinem Freund Mika hatte Brian eine besondere Reise gebucht: vier Inseln – Moorea, Bora, Fakarava und Rangiroa – standen auf dem Programm. Die beiden erkundeten die Inseln mit dem Roller, besuchten Wasserfälle und genossen die Natur. Auf Moorea machten sie den Advanced Open Water Diver und tauchten mit großen Haien. Der zweite Tauchgang in Rangiroa war atemberaubend: eine Delfinmutter mit ihrem Baby, Haie, darunter ein fünf Meter langer Tigerhai, und wunderschöne Korallen. „Nach 58 Minuten tauchten wir wieder auf. Ich sagte meinen Freunden, dass es einer der schönsten Tauchgänge meines Lebens war“, erinnert sich Brian.

Doch dann wurde der schönste Augenblick zum Horror. „Wir hörten plötzlich ein lautes Geräusch. Ein Boot, das uns abholen sollte, fuhr unkontrolliert auf uns zu. Der Kapitän war über Bord gegangen und hatte beim Fallen Vollgas gegeben. Beim zweiten Kreis traf mich das Boot, und ich spürte sofort, dass es mir das Bein wegriss. Das Wasser färbte sich blutrot, und das Salzwasser ließ die Schmerzen unerträglich werden.“

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Glück im Unglück: Drei Ärzte an Bord

Brian dachte, das sei sein Ende. „Ich habe mich innerlich von meinem Kumpel und meiner Familie verabschiedet.“ Doch dann tauchte ein Boot auf. Die Crew zog sie an Deck und sagte, dass drei Ärzte an Bord seien. „Die Ärzte übernahmen sofort die Erste Hilfe, gaben mir Sauerstoff, verbanden mich und bestellten ein Ambulanzflugzeug und einen Krankenwagen.“ Die Ärzte kamen aus Frankreich und arbeiteten im Krankenhaus auf Tahiti, in dem Brian später behandelt wurde. „Wenn die Ärzte nicht gewesen wären, wäre ich heute nicht mehr hier.“

Beim Unfall verletzte sich auch der Tauchlehrer, der sein Leben riskierte, um Brian zu retten. Er erlitt offene Brüche am rechten Bein, wurde aber mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Freund Mika blieb unverletzt, aber das Erlebte hat ihn psychisch mitgenommen.

Lange Rettungskette und Notoperation

Die drei Ärzte leisteten Erste Hilfe in einem Krankenzimmer einer Feuerwache. Dort gab es keine Ärzte, also halfen Helfer dem Ärztepaar. Sie verabreichten Brian Blut- und Plasmatransfusionen, Morphium und kühlten sein Bein mit Eis. Nach fünf Stunden landete das Ambulanzflugzeug und brachte die Verletzten nach Tahiti. Elf Stunden nach dem Unfall wartete dort ein 30-köpfiges Team auf ihn. „Sie operierten mich sofort. Weil mein Fuß nur noch an einzelnen Muskel- und Hautfasern hing, amputierten die Ärzte ihn. Danach kam ich auf die Intensivstation und wachte erst am nächsten Morgen auf.“

Aufgrund der vielen Schmerzmittel erkannte Brian das Ausmaß zunächst nicht. „Ich war während der Rettung bei vollem Bewusstsein, fühlte mich aber wie im Halbkoma. Ich erlitt eine Dekompressionskrankheit, mit der man eigentlich nicht fliegen darf. Die Schmerztabletten sorgten dafür, dass ich gar nicht mitbekam, dass wir flogen.“ Als er nach der OP aufwachte, fehlte sein Bein, aber er schlief wegen der Schmerzen und Müdigkeit wieder ein. „Erst Tage später begriff ich es.“

Weitere Operationen und gute Prognosen

Ärzte operierten Brian zweimal im Ausland. Nach mehr als drei Wochen konnte er nach Deutschland fliegen. Jetzt liegt er in einem Berliner Krankenhaus, wo er bereits zweimal operiert wurde. Bevor er eine Prothese bekommt, muss sein Beinstumpf heilen. „Bei der zweiten Operation reinigten sie erneut gründlich, da zwei multiresistente Keime nicht verschwinden. Sollten wir die Keime nicht in den Griff bekommen, besteht die Gefahr, dass mein Bein weiter amputiert werden muss. In der nächsten Operation, die für Mitte dieser Woche angesetzt ist, soll eine Hauttransplantation erfolgen. Durch die lange Transportzeit von Französisch-Polynesien nach Deutschland ist Haut abgestorben“, erklärt er.

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Trotz allem ist Brian optimistisch. „Es geht mir den Umständen entsprechend gut, weil ich endlich in Deutschland bin. Meine Familie und Freunde besuchen mich täglich. Die Ärzte geben mir gute Prognosen: Die Prothese wird gut, und ich werde meine Lebensqualität zurückgewinnen. Auch beruflich muss ich mir vorerst keine Gedanken machen. Mein Arbeitgeber nimmt Umstrukturierungen vor, damit ich wieder arbeiten kann.“

Spendenaktion und Zukunftspläne

Freunde starteten einen Spendenaufruf über GoFundMe und sammelten bereits mehr als 30.000 Euro. Das Geld benötigt Brian für Umbauten: „Ich muss mein Auto umbauen lassen, damit ich mit dem linken Bein Gas geben kann. Ich muss mir eine neue Wohnung suchen, in der ich mit dem Rollstuhl klarkomme. Außerdem plane ich eine Sportprothese, die die Krankenkasse nicht übernimmt und 15.000 Euro kostet.“

Um das Geschehen besser zu verarbeiten, teilt Brian auf Instagram unter dem Namen lilbriani seine Geschichte. Innerhalb von anderthalb Wochen gewann er 20.000 Follower. „Das hilft mir, den Unfall zu verarbeiten.“ Sein großes Ziel: „Nach meiner Reha möchte ich nach Französisch-Polynesien zurückkehren, um den Ärzten zu danken, die mir ein zweites Leben geschenkt haben.“