Busbrand in der Schweiz: Identifizierung der Opfer könnte mehrere Tage in Anspruch nehmen
Nach dem verheerenden Busbrand in der Gemeinde Kerzers im Kanton Freiburg steht die Schweizer Polizei vor einer schwierigen Aufgabe. Die Identifizierung der sechs Todesopfer könnte laut offiziellen Angaben mehrere Tage dauern. Die notwendigen forensischen Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Freiburg am Mittwochmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Strafverfahren eröffnet und Pressekonferenz angekündigt
Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Strafverfahren eingeleitet, während die Behörden im westlichen Kanton Freiburg für den Nachmittag eine Pressekonferenz angekündigt haben. Dort sollen weitere Informationen zur aktuellen Lage und den Ermittlungen bekannt gegeben werden. Das völlig ausgebrannte Wrack des Busses wurde bereits in der Nacht geborgen, nachdem umfangreiche Spurensicherungsarbeiten abgeschlossen wurden.
Dramatische Szenen und Verletzte
Bei dem tragischen Vorfall am Dienstagabend kamen sechs Menschen ums Leben, während vier weitere Personen sowie ein Sanitäter verletzt wurden. In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos, die den Bus in lodernden Flammen zeigten. Die Straße mitten im Ort wurde am Morgen nach Abschluss der Ermittlungen wieder freigegeben, wobei auf dem Asphalt nur noch deutliche Brandspuren zu erkennen waren.
Hinweise auf vorsätzliche Tat werden geprüft
Die Polizei hatte am späten Abend mitgeteilt, dass eine vorsätzliche Tat als Ursache für diese Tragödie in Betracht gezogen wird. Konkrete Angaben dazu, ob es sich möglicherweise um einen Terroranschlag handeln könnte, machten die Ermittler zunächst nicht. Medienberichte, gestützt auf Augenzeugenaussagen, deuteten darauf hin, dass sich im Bus eine Person mit einer Flüssigkeit übergossen und anschließend angezündet haben soll.
Diese Informationen liegen der Polizei vor und werden aktuell intensiv überprüft, wie eine Sprecherin in der Nacht erklärte. Die Behörden riefen weitere Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben könnten, dazu auf, sich zu melden. Eine Bestätigung der Berichte steht jedoch noch aus.
Beileidsbekundungen und regionaler Kontext
Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich der Schweizer Hauptstadt Bern. Der Freiburger Staatsrat und Bundespräsident Guy Parmelin sprachen den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Beileid aus. Dieser Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einem anderen schweren Unglück in der Schweiz: In der Silvesternacht war in einer Bar im Skiort Crans-Montana ein Feuer ausgebrochen, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen.
Die Ermittlungen zum Busbrand in Kerzers laufen auf Hochtouren, während die betroffene Gemeinde und die gesamte Region mit den Folgen dieser Tragödie zu kämpfen haben.



