CEO-Fraud: Polizei warnt vor neuer Chef-Betrugsmasche in Unternehmen
Telefonbetrüger haben eine besonders hinterhältige Masche entwickelt, um Unternehmen um hohe Geldsummen zu bringen. Das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) warnt aktuell vor dem sogenannten CEO-Fraud, zu Deutsch Chef-Betrug, bei dem sich Kriminelle als Vorgesetzte ausgeben.
So funktioniert die perfide Betrugsmasche
Bei dieser Methode kontaktieren die Täter gezielt Mitarbeiter mit Zahlungsbefugnis, beispielsweise in der Buchhaltung oder Finanzabteilung. Sie geben sich als Chef oder Geschäftsführer aus und fordern unter einem dringenden Vorwand die Überweisung einer hohen Summe vom Firmenkonto an. Besonders heimtückisch ist dabei das detaillierte Vorwissen der Betrüger, wie das LKA betont.
Die Gauner recherchieren im Vorfeld intensiv und sammeln Informationen über:
- Die Organisationsstruktur des Zielunternehmens
- Namen und Positionen von Führungskräften
- Bankverbindungen und interne Abläufe
- Kommunikationsgewohnheiten innerhalb der Firma
Mit diesem Wissen ausgestattet, treten die Betrüger täuschend echt auf. Sie verwenden gefälschte E-Mail-Adressen, die denen echter Vorgesetzter ähneln, oder rufen von manipulierten Telefonnummern an. Teilweise integrieren sie sogar echte Fotos und persönliche Details, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Empfehlungen des Landeskriminalamts zur Prävention
Das LKA Rheinland-Pfalz gibt konkrete Handlungsempfehlungen, um Unternehmen vor dieser Betrugsmasche zu schützen. Für Geschäftsführer und Führungskräfte gilt:
- Sparsamer Umgang mit Unternehmensinformationen in der Öffentlichkeit
- Regelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter für Sicherheitsthemen
- Klare interne Richtlinien für Zahlungsvorgänge und deren Überprüfung
Mitarbeiter mit Zahlungsbefugnis sollten bei jeder ungewöhnlichen Transaktionsanfrage besonders wachsam sein und:
- Die Authentizität der Anfrage kritisch hinterfragen
- E-Mail-Adressen und Telefonnummern genau prüfen
- Im Zweifelsfall den Vorgesetzten über eine bekannte, vertrauenswürdige Nummer kontaktieren
- Sich strikt an etablierte Sicherheitsverfahren für Überweisungen halten
Die Polizei betont, dass bei verdächtigen Anfragen immer der direkte Kontakt zum Vorgesetzten über bekannte Kommunikationswege hergestellt werden sollte, bevor eine Zahlung veranlasst wird. Viele Betrugsfälle ließen sich verhindern, wenn Mitarbeiter bei Unklarheiten einfach Rückfragen stellen würden.
Die Ermittler weisen darauf hin, dass diese Masche nicht auf Rheinland-Pfalz beschränkt ist, sondern bundesweit und international auftritt. Unternehmen aller Größen und Branchen sind potenzielle Ziele für diese organisierte Kriminalität.



