Sonderkommission ermittelt nach Cyberangriff auf Dresdner Kunstsammlungen
Nach dem Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Januar dieses Jahres hat das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) eine spezielle Ermittlungseinheit eingerichtet. Diese Sonderkommission führt die Untersuchungen unter der Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden durch, wie die Behörden mitteilten. Weitere Details zu den laufenden Ermittlungen wurden von der Generalstaatsanwaltschaft nicht preisgegeben.
Angriff auf digitale Infrastruktur der SKD
Am 21. Januar wurden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Opfer eines gezielten Hackerangriffs. Betroffen waren laut den ursprünglichen Meldungen weite Teile der digitalen Infrastruktur, darunter der Onlineshop und der Besucherservice. Das physische Sicherheitssystem der Museen blieb jedoch unberührt, was eine direkte Gefährdung der Kunstwerke verhinderte.
Sicherheit von Besuchern und Kunstschätzen gewährleistet
Die SKD betonte in einer Stellungnahme, dass die Sicherheit der Sammlungen oberste Priorität habe. Diese werde in enger Kooperation mit einem Sicherheitsunternehmen sichergestellt. Konkrete Angaben zum Sicherheitskonzept wurden nicht gemacht. „Die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher in den Einrichtungen der SKD sowie der uns anvertrauten Kunstschätze ist umfassend gewahrt“, erklärte die Institution.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden umfassen einen Verbund von 15 Museen, zu denen bedeutende Einrichtungen wie die Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger, die Galerie Neue Meister im Albertinum und das weltberühmte Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss gehören.
Historischer Kontext: Spektakulärer Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe
Vor mehr als sechs Jahren sorgte ein spektakulärer Einbruch in das Grüne Gewölbe für internationales Aufsehen. Am 25. November 2019 erbeuteten die Täter 21 wertvolle Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten und verursachten dabei einen Schaden von über einer Million Euro. Ein Teil der gestohlenen Juwelen ist bis heute verschollen. Im Mai 2023 wurden fünf Männer aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
Der aktuelle Cyberangriff unterstreicht die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen für bedeutende Kulturgüter in Deutschland. Während die physische Sicherheit der Kunstwerke gewährleistet bleibt, zeigt der Vorfall die Verwundbarkeit digitaler Systeme in kulturellen Einrichtungen.



