Tausende demonstrieren in Hamburg mit Collien Fernandes für Opferschutz bei digitaler Gewalt
Demo in Hamburg: Fernandes fordert mehr Schutz für Gewaltopfer

Tausende fordern bei Hamburger Demo besseren Schutz vor digitaler Gewalt

Mit der deutlichen Forderung „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“ sind am Rathausmarkt in Hamburg mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen, um mehr Schutz für Opfer sexualisierter und digitaler Gewalt einzufordern. Die Demonstration fand prominente Unterstützung durch Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes, Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Kolumnistin Alexandra Zykunov.

Fernandes spricht unter Polizeischutz über persönliche Bedrohungen

Collien Fernandes, die ursprünglich ihre Teilnahme abgesagt hatte, trat dann doch mit einer emotionalen Rede auf. „Ich stehe jetzt hier mit einer schutzsicheren Weste mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme“, sagte die 44-Jährige mit stockender Stimme. Sie betonte, dass viele Frauen aufgrund solcher Bedrohungen den Mut nicht fänden, über erlittene Gewalt zu sprechen. Während ihrer kurzen Ansprache brandete immer wieder lauter Jubel durch die Menge.

Hintergrund: Schwere Vorwürfe und juristische Auseinandersetzungen

Die aktuelle Debatte über digitale Gewalt wurde durch schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst. Über diese hatte zunächst der „Spiegel“ berichtet. Fernandes hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium.

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Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an und bezeichnete diese „in großen Teilen“ als unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.

Politische Forderungen: Gesetze als unzureichend kritisiert

Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski, die die Versammlung angemeldet hatte, erklärte: „Man wolle ein sichtbares Zeichen auf der Straße setzen.“ Im Aufruf zur Demonstration hieß es deutlich: „Der Schutz für Betroffene durch Gesetze hier in Deutschland ist unzureichend.“ Die Demonstranten forderten:

  • Mehr Schutz für Opfer digitaler und sexualisierter Gewalt
  • Klare gesetzliche Regelungen
  • Echte Konsequenzen für Täter – online wie offline

Die Idee zu der Demonstration sei aus Solidarität mit Collien Fernandes entstanden. Auch in Berlin und Hannover waren in den vergangenen Tagen bei ähnlichen Aktionen tausende Menschen auf die Straße gegangen, um für besseren Opferschutz zu demonstrieren.

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