Spektakulärer Drogentunnel zwischen Marokko und Ceuta ausgehoben: 27 Festnahmen
Die spanische Polizei hat einen spektakulären Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität gelandet. In der nordafrikanischen Exklave Ceuta wurde ein komplexes unterirdisches Tunnelsystem ausgehoben, das mutmaßlich für den Schmuggel großer Mengen Haschisch nach Spanien und in weitere europäische Länder genutzt wurde. Das Innenministerium in Madrid spricht von einem bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die Drogenmafia.
Filmreife Konstruktion mit mehreren Ebenen
Die ausgehobene Anlage erstreckte sich über drei Ebenen bis in eine Tiefe von rund 19 Metern und verband Ceuta mit marokkanischem Gebiet. Ermittler bezeichneten die Struktur als „filmreif“ und verglichen sie mit einem Labyrinth wie in einem Bergwerk. Der Zugang in Ceuta war raffiniert hinter einem großen, schallisolierten Kühlschrank verborgen.
Das Tunnelsystem umfasste:
- Einen Abstiegsschacht für den Zugang
- Eine Zwischenkammer zur Lagerung der Drogenpakete
- Einen Verbindungsgang in Richtung Marokko
Für den Transport der Drogen kamen technische Vorrichtungen wie Loren auf Schienen, Kräne und Flaschenzüge zum Einsatz, um die Ware zwischen den Ebenen zu bewegen.
Großangelegte Operation mit umfangreicher Beute
Dem Fund gingen mehr als ein Jahr dauernde Ermittlungen voraus. In einer großangelegten Operation mit über 250 Beamten in den spanischen Regionen Andalusien, Galicien und Ceuta wurden 27 Verdächtige festgenommen. Die Polizei stellte bei der Aktion umfangreiches Beweismaterial sicher:
- Über 17 Tonnen Haschisch mit einem geschätzten Straßenwert von mehreren Millionen Euro
- Rund 1,4 Millionen Euro Bargeld in verschiedenen Währungen
- Zahlreiche Kommunikationsgeräte zur Koordination der Schmuggelaktivitäten
- Mehrere Luxusfahrzeuge, die mutmaßlich mit Drogengeldern finanziert wurden
International agierendes Netzwerk hinter dem Tunnelbau
Den Ermittlungen zufolge stand ein grenzüberschreitend agierendes Netzwerk hinter dem aufwendigen Tunnelbau. Ein mutmaßlicher Hauptverantwortlicher operierte von Marokko aus und soll als eine Art „Tunnel-Architekt“ fungiert haben. Ein weiterer Verdächtiger koordinierte die Geschäfte in Ceuta, wo Lieferungen organisiert und Absprachen getroffen wurden.
Die Polizei geht davon aus, dass der Tunnel bereits länger nicht mehr benutzt wurde, weil sich die Kriminellen beobachtet gefühlt hatten. Die jetzt abgeschlossene Operation markiert einen wichtigen Meilenstein in der Bekämpfung des internationalen Drogenschmuggels zwischen Nordafrika und Europa.



