Türkei feiert historische WM-Qualifikation nach 24 Jahren Wartezeit
Die türkische Fußballnationalmannschaft hat am Dienstagabend einen historischen Erfolg gefeiert. Im Finale der Europa-Playoffs setzte sich das Team von Trainer Vincenzo Montella mit 1:0 (0:0) gegen den Kosovo durch und sicherte sich damit die Teilnahme an der WM 2026 in Amerika. Für die Türkei bedeutet dies die erste WM-Qualifikation seit dem Jahr 2002, als das Land sensationell den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea erreichte.
Kerem Aktürkoglu wird zum Matchwinner und Volkshelden
Der entscheidende Treffer fiel in der 57. Spielminute durch Kerem Aktürkoglu. Der Offensivspieler von Fenerbahce Istanbul nutzte eine Abwehrschwäche der kosovarischen Mannschaft und schob den Ball als Abstauber über die Linie. Damit beendete er nicht nur das Spiel, sondern auch eine 24-jährige Durststrecke der Türkei bei Weltmeisterschaften. Eine ganze Generation von türkischen Fußballfans kannte bislang nur die Rolle als Zuschauer bei WM-Turnieren.
Die Qualifikation löste bei Spielern, Trainerstab und Fans enorme Emotionen aus. Auf dem Platz in Pristina feierten die türkischen Spieler ausgelassen das Ende ihrer langen WM-Abstinenz. Trainer Vincenzo Montella, der das Team seit 2023 betreut, gelang damit ein großer Coup. Die Türkei wird in der Gruppe D der WM 2026 auf Gastgeber USA, Paraguay und Australien treffen.
Kosovo verpasst historische Chance
Für den Kosovo war die Niederlage besonders bitter. Das junge Nationalteam hatte sich bereits mit einem 4:3-Sieg in der Slowakei im Halbfinale sensationell für das Playoff-Finale qualifiziert. Trainer Fisnik Asllani und sein Team träumten von der ersten WM-Teilnahme in der Geschichte des kosovarischen Fußballs.
Der Hoffenheimer Stürmer Fisnik Asllani zeigte eine starke Leistung und hatte in der 29. Minute die beste Chance für den Kosovo, als sein Fernschuss die Querlatte traf. Doch letztlich reichte es nicht für den historischen Durchbruch. Die türkische Mannschaft, die bereits 1954 und 2002 an Weltmeisterschaften teilnahm, zeigte sich über weite Strecken des Spiels mindestens gleichwertig und verdiente sich den Sieg.
Arda Güler verletzt, Aktürkoglu springt ein
Interessant war die taktische Entwicklung des Spiels. Eigentlich hatten die Türken auf einen weiteren Geniestreich von Arda Güler gehofft. Der Star von Real Madrid hatte das Halbfinale gegen Rumänien (1:0) mit einem Traumpass entschieden. Doch letztlich war es Kerem Aktürkoglu, der in die Bresche sprang und zum Matchwinner wurde.
Das Spiel war von Beginn an intensiv und hart umkämpft. Beide Mannschaften zeigten großen Kampfgeist und wollten unbedingt das begehrte Ticket für die WM 2026 lösen. Die Türkei konnte ihre defensiven Qualitäten unter Beweis stellen und hielt in der entscheidenden Phase des Spiels die Null.
Die Qualifikation markiert einen wichtigen Meilenstein für den türkischen Fußball. Nach Jahren der Enttäuschung in der Qualifikation für große Turniere kehrt die Nationalmannschaft nun auf die weltweit größte Fußballbühne zurück. Für die Spieler bedeutet dies die Chance, an die glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen, als die Türkei 2002 überraschend WM-Dritter wurde.



