Lebenslange Haft für Enkel nach tödlichem Familienstreit in München
Ein 24-jähriger Mann muss lebenslang ins Gefängnis, weil er seine eigene Großmutter erwürgt hat. Das Landgericht München I verurteilte den Angeklagten wegen Mordes. Der tragische Fall begann mit einem scheinbar harmlosen Streit um gestohlene Früchte, entwickelte sich jedoch zu einer tödlichen Eskalation.
Der fatale Streit um Mangos und Bananen
Alles begann im März 2025, als der Enkel ohne Erlaubnis die Wohnung seiner 76-jährigen Großmutter betrat und sich dort Bananen und Mangos nahm. Daraufhin forderte die Seniorin ihren Wohnungsschlüssel zurück und drohte mit Kontaktabbruch. Laut der Staatsanwaltschaft fürchtete der 24-Jährige dadurch den Verlust finanzieller Unterstützung.
Am Tattag eskalierte die Situation vollends. Der Angeklagte gab an, seine Oma habe ihn "zehn Minuten lang angeschrien und beleidigt" und ihn schließlich mit voller Wucht geohrfeigt. "Da ist etwas in mir gekippt", sagte der junge Mann später. "Ich habe Rot gesehen und die Kontrolle verloren." Er packte seine Großmutter am Hals und würgte sie, bis sie keinen Puls mehr hatte.
Versuchte Vertuschung und Leerung des Bankschließfachs
Nach der Tat versuchte der Enkel, den Mord als Suizid zu tarnen. Er fügte der Leiche Schnittverletzungen zu, legte sie in die Badewanne und inszenierte so eine Selbsttötung. Anschließend leerte er das Bankschließfach seiner Großmutter, in dem sich neben Schmuck etwa 69.000 Euro und 20.000 US-Dollar befanden.
Tags darauf entdeckte die Reinigungskraft der Seniorin die Tote. Die Ermittler erkannten schnell, dass es sich nicht um einen Suizid handelte. Nach einigen Tagen wurde der Enkel unter Tatverdacht in einem Münchner Hotel festgenommen.
Gericht glaubt nicht an Affekthandlung
Der Angeklagte beteuerte vor Gericht, im Affekt gehandelt zu haben. "Es war keine geplante Tat, sondern eine Affekttat, die ich mir nie verzeihen werde", ließ er über seinen Verteidiger mitteilen. Er bestritt, es auf das Geld seiner Großmutter abgesehen zu haben.
Die Kammer des Landgerichts München I unter Vorsitz von Richterin Elisabeth Ehrl glaubte dieser Darstellung nicht. "Sehr vieles aus dieser Einlassung wirkt konstruiert", urteilte Ehrl. Es gebe keine Hinweise auf jahrelanges herabwürdigendes Verhalten der Großmutter. "Wir haben hier in der Tat viel Gutes über die Verstorbene gehört. Der Einzige, der hier viel Schlechtes über die Verstorbene gesagt hat, ist ihr Enkel, der Angeklagte."
Die Richter sahen Habgier als Motiv und verurteilten den 24-Jährigen deshalb wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Ein tragischer Fall, der zeigt, wie ein Familienstreit um Bananen und Mangos tödlich enden kann.



