Erntehelfer vor Bonner Landgericht: Joggerin bei Bornheim vergewaltigt
Am Mittwoch stand der 25-jährige rumänische Erntehelfer Vale-Avram B. vor dem Landgericht Bonn. Ihm wird zur Last gelegt, am 27. Juli des vergangenen Jahres eine 46-jährige Joggerin auf einem Waldweg bei Bornheim vergewaltigt zu haben. Der Prozess wirft ein grelles Licht auf eine brutale Tat, die das Opfer bis heute traumatisiert.
Der Abend des Verbrechens
Gegen 19.30 Uhr an einem Sommerabend war die Frau auf ihrem Laufweg unterwegs, als sich der Angeklagte auf einem Fahrrad von hinten näherte. Laut der detaillierten Anklage überholte Vale-Avram B. die Joggerin zunächst, stoppte dann und sprach sie an. Als die Sportlerin weiterlaufen wollte, soll er sie gepackt und fest umklammert haben.
Die bedrohlichen Worte des Täters hallen nach: Weil die Frau um Hilfe rief, soll er im gebrochenen Deutsch gedroht haben: „Leise sein, sonst kaputt!“. Anschließend hielt er ihr Mund und Nase zu und signalisierte mit einer Geste am Hals, dass er sie töten würde, falls sie Widerstand leistete. Er zog sie gewaltsam in den angrenzenden Wald, wo die Vergewaltigung stattfand.
Flucht und Festnahme in Rumänien
Nach der Tat flüchtete der Erntehelfer mit seinem Fahrrad. Mehrere Zeugen konnten dies der Polizei bestätigen. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen gelang ihm zunächst die Flucht in seine Heimat Rumänien. Dort wurde er jedoch bereits am 2. August 2025 von rumänischen Polizeikräften festgenommen. Drei Wochen später erfolgte seine Auslieferung nach Deutschland, wo er seither in Untersuchungshaft sitzt.
Geständnis und traumatisiertes Opfer
Am ersten Verhandlungstag gestand Vale-Avram B. die Tat unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Über seinen Anwalt gab er zuvor an, zwei Tage vor dem Verbrechen betrunken einen Verkehrsunfall mit dem Fahrzeug seines Arbeitgebers verursacht zu haben. Dies habe zu seiner fristlosen Entlassung geführt und der Notwendigkeit, nach Rumänien zurückzukehren.
Roberto Triscari, der Anwalt der Geschädigten, schildert die anhaltenden Folgen: „Meine Mandantin leidet furchtbar unter der Tat. Sie ist bis heute traumatisiert und erhofft sich, durch das Verfahren zumindest juristisch abschließen zu können.“ Die psychischen Belastungen für das Opfer bleiben enorm.
Fortlaufendes Gerichtsverfahren
Der Prozess vor dem Bonner Landgericht wird fortgesetzt. Die Ermittlungen und Zeugenaussagen haben die grausamen Details der Tat minutiös rekonstruiert. Die Justizbehörden betonen die Wichtigkeit einer lückenlosen Aufklärung, während das Opfer auf Gerechtigkeit und einen Abschluss der juristischen Aufarbeitung hofft.



