Essen: 13 Jahre Haft für Totschlag mit Spaten - Ex-Freund erschlägt neuen Partner der Freundin
Essen: 13 Jahre Haft für Totschlag mit Spaten

13 Jahre Haft für brutalen Totschlag in Essen: Ex-Freund erschlägt neuen Partner mit Spaten

Im Saal N001 des Essener Landgerichts herrschte am Dienstagmorgen gespannte Stille, als der 35-jährige Haifeng Q. mit einem Notizblock vor dem Gesicht auf der Anklagebank Platz nahm. Nach acht Verhandlungstagen fällte das Gericht ein eindeutiges Urteil: 13 Jahre Haft wegen Totschlags für eine grausame Tat, die sich am Abend des 17. Juni 2025 in der Bunsenstraße im Essener Stadtteil Holsterhausen ereignete.

Die blutige Attacke mit Spaten und Küchenmesser

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatte sich Haifeng Q. mit einem Spaten und einem Küchenmesser bewaffnet, um sich mit Chunlin Q. (43) zu treffen – dem neuen Freund seiner Ex-Freundin Hailin Z. (34). Die Begegnung eskalierte schnell, und nach Ansicht des Gerichts schlug der Angeklagte mit dem Spaten mehrfach auf Kopf und Oberkörper des Opfers ein. Auch mit dem Messer soll er zugestochen haben.

Chunlin Q. brach schwer verletzt zusammen. Passanten griffen ein und alarmierten die Polizei, doch das Opfer verlor so viel Blut, dass es noch am selben Abend im Krankenhaus verstarb. Der Täter flüchtete zunächst, wurde aber kurz darauf von Polizisten gefasst – mit frischem T-Shirt, aber blutverschmierten Socken.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Notwehr-Behauptung vor Gericht widerlegt

Vor dem Essener Landgericht versuchte Haifeng Q., der laut Gerichtsunterlagen in Deutschland chinesische Prostituierte an Massagesalons vermittelte, seine Tat als Notwehr zu rechtfertigen. Er behauptete, sein Gegenüber habe ihn plötzlich mit einem Messer angegriffen, und er habe sich nur mit dem Spaten verteidigen müssen.

Diese Darstellung ließ das Gericht nicht gelten. Richter Jörg Schmitt, der den Vorsitz führte, verwies auf die Aussagen einer Gerichtsmedizinerin, die beim Angeklagten keinerlei Verletzungen festgestellt hatte. „Das passte nicht zu seinen Schilderungen und auch nicht zu den Ergebnissen der Beweisaufnahme“, erklärte Matthias Murawski, Richter und Pressesprecher am Landgericht Essen.

Das Urteil und seine Bedeutung

Das Gericht sah die Voraussetzungen für Mord als nicht erfüllt an, verurteilte Haifeng Q. aber wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann von der Verteidigung angefochten werden. Die Verhandlung hatte sich über acht Tage erstreckt und umfasste zahlreiche Zeugenaussagen sowie forensische Gutachten.

Die Tat hatte in Essen für Entsetzen gesorgt, nicht nur wegen ihrer Brutalität, sondern auch wegen des Motivs: Eifersucht und die Weigerung, eine gescheiterte Beziehung zu akzeptieren. Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell zwischenmenschliche Konflikte in tödliche Gewalt umschlagen können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration