EU-weite Großrazzia gegen Steuerbetrug mit Luxusfahrzeugen
In einer beispiellosen grenzüberschreitenden Aktion haben Ermittlungsbehörden in neun europäischen Ländern einen massiven Schlag gegen mutmaßlichen Steuerbetrug im Luxusautohandel geführt. Die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo) mit Sitz in Luxemburg gab bekannt, dass bei den koordinierten Razzien mehr als 150 Objekte durchsucht wurden. Neun Verdächtige – vier in Deutschland und fünf in Tschechien – konnten vorläufig festgenommen werden.
Milliardenschwere Betrugsmasche aufgedeckt
Der geschätzte Steuerschaden beläuft sich nach Angaben der Behörden auf die enorme Summe von 103 Millionen Euro. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Einsatzkräfte zahlreiche Luxuswagen, erhebliche Bargeldbeträge, wertvolle Kunstwerke und weitere Vermögenswerte im Gesamtwert von über 13,5 Millionen Euro. Die Aktionen erstreckten sich neben Deutschland und Tschechien auch auf Österreich, Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Italien, Polen und die Slowakei.
Deutschland im Fokus der Ermittlungen
Die Ermittlungen wurden von den Eppo-Außenstellen in Berlin, Köln und Prag geleitet, wobei mehr als 1.100 Ermittlerinnen und Ermittler an der Großaktion beteiligt waren. Besonders im Fokus standen dabei die Eigentümer einer Gruppe von Autohäusern in Berlin und dem nordrhein-westfälischen Iserlohn. Mehrere Objekte in diesen Städten wurden intensiv durchsucht.
Laut der Europäischen Staatsanwaltschaft sollen diese Personen die Köpfe eines über mehrere EU-Länder verzweigten kriminellen Netzwerks sein. Die Verdächtigen werden beschuldigt, durch ein ausgeklügeltes System, ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell, die Staaten systematisch um Steuern betrogen zu haben.
Komplexes Betrugssystem über Jahre hinweg
Bei diesem Betrugsmodell sollen die Täter über Briefkastenfirmen unrechtmäßig die Zahlung der Umsatzsteuer vermieden und sich an anderer Stelle Steuern erstattet haben lassen. Die vorgeworfenen Straftaten erstrecken sich über einen langen Zeitraum von 2017 bis 2025, was auf eine gut organisierte und langjährig operierende kriminelle Struktur hindeutet.
Die Europäische Staatsanwaltschaft als unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union ist speziell für die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU zuständig. Sie befasst sich regelmäßig mit komplexen Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder der Veruntreuung von EU-Mitteln.
Diese Razzia markiert einen der bedeutendsten Erfolge im Kampf gegen organisierte Steuerkriminalität in der Europäischen Union der letzten Jahre und unterstreicht die wachsende Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Bekämpfung finanzieller Delikte.



