Ex-FDP-Abgeordneter und Lehrerin vor Gericht: Prozess zu schwerem Kindesmissbrauch in Braunschweig
Ex-Abgeordneter und Lehrerin wegen Kindesmissbrauch vor Gericht

Schwerwiegende Vorwürfe: Ex-Parlamentarier und Pädagogin vor Landgericht Braunschweig

Am Landgericht Braunschweig beginnt am Dienstag, dem 10. März, ein aufsehenerregender Strafprozess mit vier geplanten Verhandlungsterminen. Angeklagt sind ein 69-jähriger ehemaliger Bundestagsabgeordneter der FDP, Hartmut Ebbing, und eine 51-jährige Lehrerin aus Goslar in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Beteiligten schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor, wobei die mutmaßlichen Taten auf den Zeitraum vom 5. September bis 9. Oktober 2021 datiert werden.

Konkrete Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Laut Anklage sollen die beiden Angeklagten sich 2021 über ein Dating-Portal kennengelernt und eine sexuelle Beziehung eingegangen sein. Der Kern der Vorwürfe konzentriert sich auf den damals siebenjährigen Sohn der Lehrerin. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass beide Angeklagten sexuelle Handlungen an dem Jungen vorgenommen haben sollen. Zudem wird der 51-jährigen Pädagogin vorgeworfen, Bilder dieser mutmaßlichen Tat angefertigt und an Ebbing geschickt zu haben, in der Annahme, dieser würde sich darüber freuen.

Weitere belastende Beweise umfassen Nacktbilder der beiden Söhne der Frau, die damals sieben und neun Jahre alt waren, mit eindeutig sexuellem Bezug, welche sie ebenfalls an den Mitangeklagten gesendet haben soll. Die Ermittlungen in Niedersachsen wurden durch ein früheres Verfahren in Berlin ausgelöst, wo Ebbing im Februar 2025 wegen Verbreitung und Besitzes kinderpornographischer Inhalte zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde.

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Reaktionen und rechtliche Entwicklungen

Der Angeklagte Ebbing hat die Vorwürfe nach Angaben seines Verteidigers gegenüber Medien bestritten und sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Für beide Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die FDP und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) haben nach Bekanntwerden der Anklage öffentlich reagiert. Ebbing, der von 2017 bis 2021 für die Liberalen im Bundestag saß und Schatzmeister der DIG war, wurde von beiden Organisationen zum Austritt aufgefordert, dem er nachgekommen ist.

Ein Urteil in dem Braunschweiger Prozess könnte nach aktueller Planung bereits am 20. März fallen, was den Fall besonders zeitkritisch macht. Die mutmaßlichen Taten fallen teilweise an das Ende der Wahlperiode, da die Bundestagswahl am 26. September 2021 stattfand, was zusätzliche politische Brisanz verleiht.

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