Iran-Krieg: Ultimatum von Trump verschärft Lage dramatisch
Die Situation im Iran hat sich nach dem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Freigabe der Straße von Hormus weiter zugespitzt. Die iranische Führung zeigt sich trotzig und droht mit vollständiger Schließung der strategisch wichtigen Meerenge, während die Bevölkerung zwischen Kriegsleid und der Hoffnung auf politischen Wandel schwankt.
Trumps Drohung und iranische Gegenreaktion
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt: Sollte das Land die Straße von Hormus nicht vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen, würden die USA mit der Zerstörung iranischer Energieanlagen beginnen. „Beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Die iranischen Revolutionsgarden konterten am Sonntag mit einer eigenen Drohung: Falls die USA tatsächlich iranische Kraftwerke angreifen sollten, werde die Straße von Hormus vollständig geschlossen bleiben – und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wiederaufgebaut seien. Zuvor hatte Teheran bereits damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen.
Appell von Schah-Sohn Reza Pahlavi
Schah-Sohn Reza Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten, appellierte an Trump, bei möglichen Angriffen zivile Infrastruktur zu verschonen. „Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben“, forderte Pahlavi auf der Plattform X. Er bat darum, gezielt die Strukturen des iranischen Machtapparats anzugreifen, nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Landes nach dem Krieg unverzichtbar sei.
Gespaltene Bevölkerung in Teheran
In der iranischen Hauptstadt Teheran leiden die Menschen unter den Folgen des seit mehr als drei Wochen andauernden Kriegs, doch viele unterstützen dessen Fortsetzung – in der Hoffnung, dass er letztlich zum Sturz der herrschenden Islamisten führen könnte.
„Das Land war wegen der westlichen Sanktionen schon arm, nach dem Krieg wird es noch ärmer“, sagt der 33-jährige Karim, der neben dem Studium als Taxifahrer arbeitet. Sein ernüchterndes Fazit lautet: lieber länger Krieg, wenn dafür die Hoffnung bleibt, dass sich etwas ändert.
Die Studentin Athena betont: „Natürlich trauern wir auch um die Kriegsopfer. Aber man darf nicht vergessen, dass die Ursache für diesen Krieg und seine Toten die brutale Ermordung der Demonstrierenden war.“ Laut offiziellen Angaben wurden bei den gewaltsam niedergeschlagenen Protesten im Dezember und Januar über 3.000 Menschen innerhalb von nur 48 Stunden getötet, westliche Quellen sprechen sogar von mehr als 30.000.
Internetabschaltung und fortgesetzte Angriffe
Seit drei Wochen ist das Internet im gesamten Iran abgeschaltet – vermutlich, um die wahre Stimmung im Volk zu verbergen. „Die Regime-Leute haben aber weiterhin Internet, um Propaganda zu verbreiten und ein Bild zu zeichnen, das nichts mit der Realität im Land zu tun hat“, kritisiert IT-Experte Armin, der selbst keinen Netzzugang mehr hat.
Unterdessen dauerten die gegenseitigen Angriffe in der Nacht zum Montag weiter an:
- Saudi-Arabien meldete mehrere abgeschossene Drohnen über dem Osten des Landes und der nördlichen Grenzregion
- In Israel wurde mehrfach Raketenalarm ausgelöst
- Auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde neuer Beschuss gemeldet
Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums hat der Krieg bisher 1.500 Menschen im Land das Leben gekostet.



