Ex-Mitarbeiter betrügt Dallmayr um Millionen: 2,3 Millionen Euro Schaden durch Scheinrechnungen
Ein ehemaliger führender Mitarbeiter der Alois-Dallmayr-Kaffee OHG hat gemeinsam mit zwei externen Komplizen das Traditionsunternehmen über einen Zeitraum von vier Jahren um knapp 2,3 Millionen Euro betrogen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-jährigen Initiator der Betrügereien Untreue in 80 Fällen vor, während seine beiden Komplizen, 57 und 65 Jahre alt, jeweils der Beihilfe zur Untreue beschuldigt werden.
Vier Jahre lang systematischer Betrug
Der Dallmayr-Mitarbeiter war in seinem Geschäftsbereich, der Informationstechnologie, dazu befugt, selbstständig Aufträge zu vergeben und anfallende Rechnungen zur Zahlung freizugeben. Diese Befugnis nutzte er aus, um über Scheinrechnungen für nicht erbrachte Leistungen Geld abzuzweigen. Die Gelder wurden auf die Konten seiner Komplizen überwiesen, die einen Teil einbehielten und ihm den Rest in bar oder als Überweisung auszahlten.
Der Betrug erstreckte sich von 2010 bis 2014 und blieb zunächst unentdeckt. Erst eine anonyme E-Mail führte zu Ermittlungen, die die Machenschaften aufdeckten. Alle drei Männer haben inzwischen gestanden und bereuen ihre Taten.
Luxuriöser Lebensstil auf Kosten des Arbeitgebers
Der 58-jährige Drahtzieher soll mit dem unrechtmäßig erworbenen Geld einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Das Gericht erfuhr von einem Boot, fünf Autos, Immobilien und teuren Armbanduhren, die er sich von den Betrugsgeldern leistete. In einer emotionalen Aussage erklärte der Mann: „Ich kann mit Geld nicht umgehen“ und entschuldigte sich mit den Worten: „Es tut mir sehr, sehr leid.“
Er wirkt erleichtert, dass das Verfahren sich seinem Ende zuneigt, und betonte, die Belastung sei in den vergangenen Jahren enorm gewesen. Jeden Tag habe er an seine Taten denken müssen, was ihn psychisch stark belastet habe.
Urteilsverkündung Anfang März erwartet
Das Gerichtsverfahren, das sich aufgrund der Komplexität und des umfangreichen Schadens über einen längeren Zeitraum hinzog, könnte Anfang März mit einer Urteilsverkündung abgeschlossen werden. Die Taten liegen bereits zehn bis vierzehn Jahre zurück, was die Aufklärung zusätzlich erschwerte.
Der angerichtete Schaden von 2,3 Millionen Euro ist enorm und unterstreicht die Bedeutung strenger Kontrollmechanismen in Unternehmen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie der IT. Der Fall zeigt auch, wie langwierig solche Betrugsverfahren sein können, selbst wenn die Täter geständig sind.



