Polizei sucht dringend nach Geldbotin in Gera
Die Kriminalpolizei in Gera hat eine öffentliche Fahndung nach einer bislang unbekannten Frau gestartet. Sie soll im Juni des vergangenen Jahres als Geldbotin für eine sogenannte Schockanruf-Mafia agiert und eine 83-jährige Seniorin um einen mittleren fünfstelligen Betrag gebracht haben. Die Polizei veröffentlichte nun ein Fahndungsfoto und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.
Das perfide Betrugsmuster der Schockanrufer
Laut den Ermittlungen erhielt die betagte Dame aus Gera im Juni 2025 einen anonymen Anruf. Die unbekannten Täter gaben vor, dass eine nahe Angehörige der Seniorin einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Um eine angeblich drohende Haftstrafe abzuwenden, müsse die 83-Jährige umgehend eine hohe Geldsumme bereitstellen. Unter diesem psychischen Druck willigte das Opfer ein.
Am selben Tag gegen 14:30 Uhr erschien dann die gesuchte Frau an der Wohnadresse der Seniorin in Gera. Sie nahm den vorbereiteten Geldbetrag entgegen und entfernte sich anschließend zu Fuß vom Tatort. Die Täterin handelte laut Polizeiangaben eindeutig als Botin für die organisierte Schockanruf-Bande.
Personenbeschreibung der Gesuchten
Trotz intensiver Ermittlungen in den vergangenen Monaten ist die Identität der Frau noch immer nicht geklärt. Die Polizei beschreibt die Gesuchte wie folgt:
- Weiblich, etwa 40 Jahre alt
- Vermutlich deutsche Staatsangehörigkeit
- Dunkle, kurze Haare
- Schlanke Statur
- Zum Tatzeitpunkt trug sie eine helle Bluse und hatte einen Pullover über dem Arm
Das veröffentlichte Fahndungsfoto zeigt eine Frau in schwarzer Hose und heller Bluse, die mit einem Telefon am Ohr eine Straße entlanggeht. Es entstand vermutlich in der Nähe des Tatorts.
Polizei bittet um Zeugenhinweise
Die Kriminalpolizei Gera richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung. Insbesondere sucht sie nach Personen, die im relevanten Zeitraum verdächtige Beobachtungen im Bereich der Lortzingstraße und Vollersdorfer Straße in Gera gemacht haben. Auch wer die abgebildete Frau wiedererkennt, wird gebeten, sich umgehend zu melden.
Kontaktmöglichkeit für Hinweisgeber: Telefonnummer 0365-82341465. Die Polizei betont, dass auch scheinbar unbedeutende Informationen für die Ermittlungen wertvoll sein können.
Schockanrufe mit diesem perfiden Muster stellen eine besonders hinterhältige Form des Betrugs dar, die gezielt ältere und hilfsbereite Menschen ins Visier nimmt. Die Polizei warnt ausdrücklich vor solchen Anrufen und rät, bei verdächtigen Forderungen sofort die örtliche Polizeidienststelle zu kontaktieren, anstatt Geld zu übergeben.



