Sachsen-Anhalt verzeichnet deutlichen Rückgang bei Falschgeld
Im Bundesland Sachsen-Anhalt ist die Menge an entdecktem Falschgeld im vergangenen Jahr erheblich zurückgegangen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Magdeburg wurden 2025 insgesamt 723 gefälschte Euro-Banknoten mit einem Gesamtwert von etwa 41.500 Euro sichergestellt. Dies stellt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar, als noch 1.104 Falschgeldnoten im Wert von 78.500 Euro aus dem Verkehr gezogen wurden.
Rückgang um etwa ein Drittel bei Banknoten
Die Zahl der entdeckten gefälschten Euro-Scheine sank somit um rund ein Drittel. Noch stärker fiel der Rückgang bei falschen Münzen aus: Hier ging die Anzahl von 3.400 Stück im Jahr 2024 auf nunmehr 1.350 zurück, was einem Minus von etwa 60 Prozent entspricht. Der Wert der sichergestellten Münzen verringerte sich von rund 6.700 Euro auf 2.650 Euro.
50-Euro-Scheine bleiben am häufigsten betroffen
Wie bereits in den Vorjahren machten auch 2025 in Sachsen-Anhalt gefälschte 50-Euro-Scheine den größten Anteil aus. Sie stellten 43 Prozent aller sichergestellten Falschgeldnoten. Auffällig ist die Zunahme bei 100-Euro-Blüten, deren Anteil von 11 Prozent im Jahr 2024 auf 23 Prozent im vergangenen Jahr stieg. Bei den 20-Euro-Scheinen gab es einen leichten Anstieg von 19 auf 24 Prozent.
Bei den falschen Münzen waren mit 96 Prozent nahezu ausschließlich 2-Euro-Stücke betroffen. Diese Zahlen verdeutlichen, welche Nominale besonders im Fokus von Geldfälschern stehen.
Größere Fälle außerhalb der Metropolen
Interessant ist die Verteilung größerer Falschgeldmengen innerhalb des Bundeslandes. Das Landeskriminalamt berichtet von drei bedeutenden Fällen mit Sicherstellungen im hohen vierstelligen bzw. fünfstelligen Bereich. In Arneburg im Norden Sachsen-Anhalts wurden 8.850 Euro Falschgeld entdeckt, in Staßfurt waren es 11.350 Euro und in Gardelegen sogar 17.370 Euro.
Bei allen diesen Fällen handelte es sich um veränderte Banknotenabbildungen, die laut LKA überwiegend über das Internet auf verschiedenen Marktplätzen vertrieben werden – teilweise als sogenanntes „Spielgeld“. Dennoch sind diese Scheine nach deutschem Recht als Falschgeld zu betrachten, wenn sie mit echtem Geld verwechselt werden können oder als echt in den Verkehr gebracht werden sollen.
Bundesweiter Trend bestätigt sich
Der Rückgang in Sachsen-Anhalt entspricht dem bundesweiten Trend. Nach drei Jahren mit teils sprunghaftem Anstieg sind die Falschgeldzahlen in ganz Deutschland wieder gesunken. Die Bundesbank meldete für 2025 insgesamt 67.963 gefälschte Euro-Banknoten, die von Polizei, Handel und Banken sichergestellt wurden – ein Rückgang um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt richteten Geldfälscher in Deutschland durch gefälschte Euro-Scheine im vergangenen Jahr einen Schaden von etwa 4 Millionen Euro an, nach 4,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Diese Zahlen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, Falschgeld untergejubelt zu bekommen, insgesamt gesunken ist.
Kriminalstatistik und rechtliche Hinweise
Für das Jahr 2025 verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik für Sachsen-Anhalt 432 Fälle des Inverkehrbringens von Falschgeld mit 275 Tatverdächtigen. Bei den eigentlichen Geldfälschungen gab es im vergangenen Jahr insgesamt 11 Fälle mit 10 Tatverdächtigen.
Das Landeskriminalamt weist darauf hin, dass Falschgeld nicht ersetzt wird – wer gefälschte Scheine annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen. Noch wichtiger: Der Versuch, Blüten weiterzugeben, stellt eine Straftat dar, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Gefälschte Banknoten sollten daher umgehend bei der Polizei oder Banken abgegeben werden.
Der Anteil veränderter Banknotenabbildungen betrug 2025 in Sachsen-Anhalt 27 Prozent bei Falschgeld im Zahlungsverkehr. Außerhalb des Zahlungsverkehrs waren sogar 76 Prozent der Sicherstellungen als solche veränderte Abbildungen zu klassifizieren. Diese Entwicklung zeigt neue Herausforderungen für die Strafverfolgungsbehörden im digitalen Zeitalter.



