Nagelsmanns WM-Vorbereitung: Sieg in Basel mit wichtigen Lehren für die USA
Nagelsmanns WM-Lehren: Sieg in Basel mit Erkenntnissen

Deutsche Nationalmannschaft gewinnt wildes Testspiel in Basel

Mit einem Pflaster über der geschwollenen Oberlippe stand Joshua Kimmich nach dem 4:3-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz vor den Reportern. Der Kapitän hatte in der zweiten Halbzeit des Testspiels in Basel einen Schlag abbekommen, doch die Verletzung konnte die Freude über den erfolgreichen Auftakt ins WM-Jahr nicht trüben. "Es hat kurz wehgetan, aber jetzt ist alles wieder in Ordnung", erklärte der 31-jährige Münchner.

Grundstimmung trotz kleiner Blessuren positiv

Der Gesundheitszustand des Mittelfeldspielers spiegelte symbolisch die Stimmung im DFB-Team wider. Zwar hatte es einige Schrammen und Rückschläge gegen die Eidgenossen gegeben, doch die überwiegende Grundstimmung blieb siegesfroh. Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte bewusst die positiven Aspekte des Abends. Gut elf Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Amerika lieferte der Fußballabend in der Schweiz dem Trainer mehrere wichtige Erkenntnisse für die Endrunde.

Florian Wirtz begeistert als Matchwinner

Rudi Völler, Lothar Matthäus, Schweiz-Coach Murat Yakin und Tribünengast Joachim Löw: Die versammelte Fußball-Prominenz verneigte sich vor Doppeltorschütze und Doppelvorlagengeber Florian Wirtz. Mit dieser überragenden Leistung beseitigte der 22-Jährige alle beim FC Liverpool aufgekommenen Zweifel an seiner Weltklasse. "Er ist bereits ein Weltfußballer. Wenn er dieses Niveau beibehält, wird er über sehr lange Zeit ganz oben stehen bei allen Vereinen", jubilierte Nagelsmann förmlich.

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Wirtz machte den entscheidenden Unterschied und kann diesen auch bei der WM machen. Die Aussicht, in Jamal Musiala einen weiteren Spieler gleicher Güte im Sommer im Vollbesitz seiner Fähigkeiten dabei zu haben, verspricht große Perspektiven für das deutsche Team.

Charakterstarke Reaktion auf Rückschläge

Natürlich wurden der Schweiz ihre drei Tore recht leichtfertig geschenkt. Doch das Positive, das Nagelsmann hervorhob, war die Reaktion auf diese Nackenschläge. Kein Testspiel-Larifari wie einst im trüben Herbst 2023 bei den Niederlagen gegen die Türkei und Österreich, die den Bundestrainer heute noch wurmen.

Zwei Rückstände wurden wettgemacht, die Dominanz ging nicht verloren. Die Kontrolle, zumindest in der gegnerischen Hälfte, blieb ebenfalls erhalten. "Mentalitätsmäßig finde ich das schon sehr, sehr gut", lobte Nagelsmann. Auch Leon Goretzka betonte: "Was man positiv herausheben kann, ist, dass wir zurückgekommen sind."

Defensive Schwächen und milde Urteile

Natürlich wird Nagelsmann die diversen Abwehrfehler intern thematisieren. Sogar Nico Schlotterbeck bekam für die seit langem schlechteste Halbzeit im Nationaltrikot ein mildes Urteil. Nicht Schlotterbecks Patzer im Spielaufbau, die zu zwei Gegentoren führten, wollte Nagelsmann in den Mittelpunkt stellen. Sondern die Reaktion des Dortmunder Innenverteidigers darauf.

"Er kriegt jetzt keinen Rüffel. Ich finde, er hat sich im Spiel gefangen. Das ist für mich das wichtige Zeichen", sagte der Bundestrainer. Diese Milde stärkt bewusst das Teamgefüge, doch bedenkenlos kann Nagelsmann natürlich nicht über die defensive Desorientierung hinweggehen. "Ja, verteidigt haben wir nicht ganz so gut in einigen Situationen", räumte er ein.

Kai Havertz feiert Rückkehr nach Verletzungspause

16 Monate spielte Kai Havertz wegen Verletzungen nicht für Deutschland. Auch ohne Torerfolg wurde deutlich, dass diese Pause viel zu lange war. Nagelsmann machte den Angreifer vom FC Arsenal gleich wieder zu seinem Rollen-Anführer im Sturmzentrum - vor Nick Woltemade, der immerhin die meisten Tore in der WM-Qualifikation (4) geschossen hatte.

"Er hat sechs, sieben sehr, sehr gefährliche Situationen kreiert. Und ja, er muss gesund sein und zu einer guten Fitness finden. Dann ist das für uns auf dem Niveau wie Florian Wirtz oder Jamal Musiala", sagte Nagelsmann über Havertz. Gerade im Vergleich mit den Topnationen aus Frankreich, Spanien und Argentinien, die mehr Quantität in der Spitze haben, braucht der Bundestrainer jeden Weltklasse-Spieler.

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Lennart Karl überzeugt bei Länderspieldebüt

Viele Chancen habe Leroy Sané nicht mehr, hatte Nagelsmann im November erklärt. Der Auftritt in der Schweiz war eine weitere vergebene Gelegenheit für den Flügelstürmer. Stattdessen überzeugte der 18-jährige Lennart Karl bei seinem Länderspieldebüt als der bessere Außenbahn-Flitzer.

"Er wird uns in den nächsten Jahren sehr viel Spaß geben", sagte Matchwinner Wirtz über den Bayern-Youngster. Bestmöglich schon bei der Weltmeisterschaft könnte Karl eine wichtige Rolle spielen und die Konkurrenz auf den Flügeln verstärken.