Verwechslung mit Folgen: Familie rammt Jäger mit Porsche in Brandenburg
Eine dramatische Verwechslung hat in der Nacht zum Freitag in Ahrensfelde im Landkreis Barnim zu einem gefährlichen Zwischenfall geführt. Eine arabische Familie hielt ein Jäger-Pärchen für Räuber, rammte deren Auto mit einem Porsche und bedrohte die beiden mit Hieb- und Stichwaffen. Die Polizei nahm drei Familienmitglieder fest, die nun ein Strafverfahren am Hals haben.
Überfall löst Rachefeldzug aus
Gegen 0.45 Uhr in der Nacht schlugen mehrere maskierte Täter einen 33-jährigen Mann vor seinem Grundstück an der Berliner Straße in Ahrensfelde nieder und raubten seine Halskette. Das blutende Opfer lief daraufhin ins Haus und informierte seine Verwandten. Sein 34-jähriger Bruder sprang daraufhin ans Steuer seines Porsche Cayenne und raste mit dem Verletzten sowie dem gemeinsamen 57-jährigen Vater los, um die vermeintlichen Räuber zu verfolgen.
Jäger-Pärchen wird zur Zielscheibe
Auf der Landsberger Straße begegnete das wütende Trio dem Ford Kuga einer 34-jährigen Jägerin und ihres 21-jährigen Begleiters. Die beiden waren mit ihrem erlegten Wild bereits auf dem Heimweg von der Pirsch. Die Familie hielt sie fälschlicherweise für die Räuber und rammte den Ford frontal. „Die wütenden Männer waren offensichtlich von Rachegedanken getrieben und handelten völlig unüberlegt“, erklärte ein Polizeisprecher später.
Bedrohung mit Waffen und Flucht
Nach der Kollision war der Rachefeldzug jedoch noch nicht beendet. Das Jäger-Pärchen gab gegenüber der Polizei an, von mehreren Personen mit Hieb- und Stichwaffen bedroht worden zu sein. Aus Angst um ihr Leben flohen die beiden in unterschiedliche Richtungen. Die Jägerin rief lautstark um Hilfe, was mehrere Anwohner auf den Vorfall aufmerksam machte. Ein Nachbar eilte ihr zu Hilfe.
Der junge Jäger sprintete derweil über ein Grundstück, sprang über einen etwa zwei Meter hohen Zaun und klopfte an der Tür eines Bekannten, wo er um Zuflucht bat. „Die Situation war extrem bedrohlich und chaotisch“, berichtete ein Augenzeuge später.
Polizei findet Waffen und stellt Alkohol fest
Kurz nach dem Vorfall trafen Polizeikräfte ein und nahmen die drei Angreifer fest. Auf der Rückbank des Porsche fanden die Beamten mindestens ein Messer und ein Hackebeil. Der Zustand des 33-jährigen Überfallopfers, der bereits eine Kopfplatzwunde erlitten hatte, verschlechterte sich durch den Unfall noch weiter, sodass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Gegen den 34-jährigen Fahrer des Porsche wird außerdem wegen Fahrens ohne Führerschein und Trunkenheit am Steuer ermittelt. Ein Atemalkoholtest ergab bei ihm einen Wert von 1,45 Promille. Die Brüder und ihr Vater müssen sich nun einem Strafverfahren stellen, das unter anderem Bedrohung und gefährliche Körperverletzung umfasst.
Beweismittel gesichert
Die Ermittler sicherten die blutverschmierte Jacke des Raubopfers sowie die im Porsche gefundenen Waffen als Beweismittel. Die Polizei betonte, dass die Jägerin und ihr Begleiter keinerlei Verbindung zu dem früheren Überfall hatten und lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort waren. „Dieser Vorfall zeigt, wie gefährlich eigenmächtige Racheaktionen sein können“, resümierte der Polizeisprecher.



