Kindesmissbrauch: Fast zehn Jahre Haft für 46-Jährigen
Fast zehn Jahre Haft für Kindesmissbrauch

Das Landgericht Erfurt hat einen 46-jährigen Mann aus Ilmenau wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs seiner Stiefkinder zu einer Haftstrafe von neun Jahren und neun Monaten verurteilt. Der Angeklagte wurde des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Herstellung von Kinderpornografie für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von elfeinhalb Jahren gefordert, während die Verteidigung auf acht Jahre plädiert hatte.

Hunderte Missbrauchsfälle

Dem mehrfach vorbestraften Mann wurden mehr als 900 Missbrauchsfälle im Zeitraum von 2017 bis 2025 zur Last gelegt. Die Taten richteten sich gegen seine Stieftochter, die zu Beginn des Missbrauchs zehn Jahre alt war, sowie deren jüngeren Halbbruder. Der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel sprach in der Urteilsbegründung von „perfiden Methoden“, mit denen der Angeklagte das Mädchen dazu brachte, den Missbrauch zu dulden und sich filmen zu lassen.

Filmaufnahmen und Erpressung

Laut Anklage hatte der Mann seiner Stieftochter eingeredet, dass der Verkauf der Aufnahmen die Geldprobleme der Familie lösen würde. Die Bilder wurden vom Angeklagten selbst angeschaut. Der Stiefsohn ist zwei Jahre jünger als das Mädchen. Beide traten als Nebenkläger in dem Prozess auf.

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Pädophilie und Geständnis

Ein Gutachter hatte dem Mann nach Aktenlage Pädophilie bescheinigt, jedoch verweigerte der Angeklagte ein persönliches Gespräch mit dem Gutachter. Der Mann arbeitete als Putzkraft in einer Schule, wo er sich ebenfalls an der Stieftochter vergangen hatte. Das Gericht wertete das Geständnis des Angeklagten zu Prozessbeginn Anfang April als strafmildernd. Im Gefängnis soll sich der Mann einer Therapie unterziehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision ist nicht ausgeschlossen.

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