FBI-Direktor stellt Spezialkräfte für Partnerin ab - Kritik an umstrittener Sicherheitsmaßnahme
Der Direktor der amerikanischen Bundespolizei FBI, Kash Patel, lässt seine Lebensgefährtin, die Countrysängerin Alexis Wilkins, rund um die Uhr von Spezialeinheiten beschützen. Laut Recherchen der New York Times werden Beamte einer taktischen Einheit, kurz Swat genannt, sowie Fahrzeuge dauerhaft für den persönlichen Schutz der 27-jährigen Künstlerin abgestellt.
Privater Schutz auf Staatskosten
Die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen umfassen nicht nur die Begleitung bei öffentlichen Auftritten, sondern auch private Reisen. So wurden im Januar Agenten bei einer Benefizveranstaltung in Kalifornien eingesetzt, wo Wilkins auftrat. Anschließend eskortierten Beamte die Sängerin über eine Distanz von etwa 200 Kilometern zum nächsten Flughafen.
Die Partnerschaft zwischen dem 46-jährigen FBI-Chef und der deutlich jüngeren Künstlerin besteht seit drei Jahren. Kurz nach Patels Ernennung zum FBI-Direktor durch US-Präsident Donald Trump im Februar 2025 wurde das Außenbüro in Nashville verstärkt, wo Wilkins ihren Wohnsitz hat.
Beispiellose Sicherheitsvorkehrungen
Christopher O'Leary, ein ehemaliger leitender Mitarbeiter in der Antiterror-Abteilung des FBI, äußerte sich kritisch zu den Maßnahmen: "Es ist unerhört, dass das FBI einer Freundin, die in einer anderen Stadt lebt, auf unbestimmte Zeit rund um die Uhr Swat-Schutz gewährt." Frühere Partnerinnen von FBI-Direktoren hätten keinen vergleichbaren persönlichen Schutz erhalten.
O'Leary fügte hinzu: "Wenn du eine Berühmtheit oder Social-Media-Star sein willst, dann besorge dir deinen eigenen Sicherheitsdienst."
Weitere Einsätze dokumentiert
Die Reise nach Kalifornien war nicht der einzige dokumentierte Einsatz. Im April postierten sich nach Angaben der New York Times mehrere Beamte vor einem Seniorenzentrum in Illinois, während Wilkins dort bei einer Veranstaltung sang. Als Patel im Mai an einer Sicherheitskonferenz außerhalb Londons teilnahm, organisierte das FBI eilig Beamte und ein Botschaftsfahrzeug, um Wilkins vom Flughafen abzuholen und zu einem Abendessen auf Schloss Windsor zu bringen.
FBI verteidigt die Maßnahmen
Ein Sprecher des FBI rechtfertigte die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen in einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung. Wilkins sei "als direkte Folge ihrer Beziehung zu Direktor Patel mit mehr als einem Dutzend aktiver Morddrohungen konfrontiert", darunter einige von explizit gewalttätiger Art. Daher benötige sie dauerhaften Swat-Schutz.
Wilkins begann ihre Karriere als Countrysängerin im Jahr 2020. Ihr Debüt "Holdin' On" handelt von der Liebe wahrer Freunde. In jüngster Zeit trat sie vermehrt bei konservativen Veranstaltungen auf, wo sie regelmäßig die amerikanische Nationalhymne singt. Auf ihrer Website präsentiert sie sich als "Countrysängerin, Autorin und politische Kommentatorin, die nicht bloß über amerikanische Werte redet, sondern sie auch lebt".
Kritik an Patel häuft sich
Der FBI-Direktor steht bereits seit längerem in der Kritik. Zuletzt erregte er Aufsehen, als er mit dem US-Eishockeyteam nach einem Olympiasieg gegen Kanada eine ausgelassene Kabinenparty feierte. Die aktuellen Enthüllungen über den persönlichen Schutz für seine Partnerin dürften die Diskussionen über angemessenen Ressourceneinsatz bei Sicherheitsbehörden weiter anheizen.
Die New York Times berichtet zudem, dass das FBI nach der Ernennung Patels das Außenbüro in Nashville personell und materiell deutlich aufgestockt habe. Neben der vierköpfigen taktischen Spezialeinheit seien zwei spezielle Fahrzeuge ausschließlich für den Schutz von Wilkins bereitgestellt worden.



