Hettstedt. Die aktiven Feuerwehrleute in Hettstedt können seit etwa einem Monat ihre Helme kaum noch absetzen. Wie Stadtwehrleiter Daniel Bachran mitteilt, sind sie fast ununterbrochen im Einsatz. Seit Mitte April wurden über 20 Brände gemeldet, die die Einsatzkräfte Nacht für Nacht fordern. Die Serie reißt nicht ab: Müllcontainer, Gebäude – die Brandursache ist oft Brandstiftung.
Kaum Schlaf, kaum Pause
Die Feuerwehrleute sind am Limit. Viele von ihnen haben in den letzten Wochen kaum Schlaf bekommen. Die Einsätze häufen sich, und die Belastung ist enorm. „Wir sind rund um die Uhr im Einsatz“, sagt Bachran. Die Brände ereignen sich vor allem in den späten Abend- und Nachtstunden. Die Polizei geht von einem Serientäter aus und ermittelt.
Müllcontainer als Ziel
Besonders häufig brennen große Kunststoffcontainer, ähnlich wie in Zeitz-Ost. Diese Container sind leicht entzündlich und brennen schnell lichterloh. Die Feuerwehr muss oft mit mehreren Fahrzeugen ausrücken, um die Brände zu löschen. Bislang gab es keine Verletzten, aber der Sachschaden ist beträchtlich.
Die Stadt Hettstedt hat inzwischen reagiert: Die Polizei verstärkt die Streifen in den betroffenen Gebieten. Die Feuerwehr bittet die Bevölkerung um Wachsamkeit und Hinweise auf verdächtige Personen. „Jeder Hinweis kann helfen, den Täter zu fassen“, so Bachran.
Ermittlungen laufen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bisher gibt es keine konkreten Tatverdächtigen. Die Brandserie erinnert an ähnliche Fälle in anderen Städten, wo ebenfalls ein Feuerteufel sein Unwesen trieb. Die Behörden hoffen, dass die Täter bald gefasst werden können, damit die Feuerwehrleute wieder zur Ruhe kommen.
Für die Einsatzkräfte bedeutet die Situation eine enorme psychische Belastung. „Wir machen uns Sorgen, dass irgendwann jemand zu Schaden kommt“, sagt ein Feuerwehrmann, der anonym bleiben möchte. Die Stadtverwaltung hat den Feuerwehrleuten Unterstützung angeboten, darunter psychologische Betreuung.



