In Aschersleben zeichnet sich ein ernstes Problem für die Freiwillige Feuerwehr ab: Immer weniger Feuerwehrleute besitzen den erforderlichen Führerschein der Klasse C, um die schweren Einsatzfahrzeuge zu steuern. Dies könnte dazu führen, dass die Ortswehren in den Stadtteilen künftig zu Fuß zu den Einsatzorten ausrücken müssen.
Fehlende Fahrerlaubnis gefährdet Einsatzbereitschaft
Die Freiwilligen Feuerwehren in Aschersleben und seinen Ortsteilen sind auf einen ausreichenden Bestand an Führerscheininhabern angewiesen. Ohne die entsprechende Fahrerlaubnis können die Einsatzfahrzeuge nicht besetzt werden. Der Stadtwehrleiter schlägt Alarm: „Wir haben in einigen Ortswehren nur noch zwei oder drei Kameraden, die einen Lkw-Führerschein besitzen. Wenn diese nicht verfügbar sind, können wir nicht ausrücken.“
Ursachen des Führerscheinmangels
Die Gründe für den Mangel sind vielfältig. Zum einen steigen die Anforderungen an den Führerscheinerwerb: Der Klasse-C-Führerschein ist teuer und zeitaufwendig. Zum anderen fehlt es oft an der Bereitschaft der jüngeren Generation, diesen zu machen. Viele sehen den Aufwand nicht im Verhältnis zum Ehrenamt. Auch die Altersstruktur spielt eine Rolle: Ältere Kameraden, die den Führerschein besitzen, scheiden nach und nach aus.
Auswirkungen auf die Ortswehren
Besonders betroffen sind die kleineren Ortswehren in den eingemeindeten Dörfern. Sie haben oft nur eine begrenzte Anzahl an aktiven Mitgliedern. Fällt der Führerscheininhaber aus, etwa durch Urlaub oder Krankheit, kann die gesamte Wehr handlungsunfähig werden. Im Ernstfall müssten dann Kameraden aus anderen Stadtteilen anrücken, was wertvolle Zeit kostet.
Mögliche Lösungsansätze
Die Stadtverwaltung und die Feuerwehrführung suchen nach Lösungen. Eine Möglichkeit ist die Bezuschussung des Führerscheinerwerbs durch die Stadt oder den Landkreis. Auch die Nutzung von Fahrzeugen mit einer niedrigeren Gewichtsklasse, die mit einem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen, wird diskutiert. Allerdings sind diese Fahrzeuge oft nicht für alle Einsatzszenarien geeignet. Eine weitere Option ist die Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren, um die Einsatzbereitschaft zu sichern.
Appell an die Politik
Der Stadtwehrleiter appelliert an die Politik, das Problem ernst zu nehmen. „Wir brauchen dringend Unterstützung, um den Führerscheinerwerb attraktiver zu machen und die Feuerwehrleute zu entlasten. Sonst steht die Sicherheit der Bürger auf dem Spiel.“ Die Diskussion zeigt, dass der Führerscheinmangel nicht nur ein lokales Problem ist, sondern viele Feuerwehren im ländlichen Raum betrifft.



