Abwasseranalyse enthüllt: Frankfurt bleibt Deutschlands Kokain-Hauptstadt
Die europäische Drogenbehörde (EUDA) hat mit ihrer jährlichen Abwasseranalyse erneut ein erschreckendes Bild des Drogenkonsums in Europa gezeichnet. Die Untersuchung, die seit 2011 durchgeführt wird, liefert Wissenschaftlern einen qualitativ hochwertigen Einblick in den tatsächlichen Substanzmissbrauch. Im Frühjahr 2025 wurden dafür eine Woche lang täglich Proben aus Kläranlagen von 115 Städten in 25 Ländern entnommen, die insgesamt 68 Millionen Menschen repräsentieren.
Frankfurt an der Spitze des Kokainkonsums
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Frankfurt am Main behauptet sich als unangefochtene Kokain-Hauptstadt Deutschlands. In der hessischen Metropole werden täglich etwa 724 Milligramm Kokain pro 1000 Einwohner konsumiert. Bemerkenswert ist dabei, dass der Konsum nicht nur auf Wochenenden beschränkt ist, sondern auch an Werktagen deutlich nachweisbar bleibt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Hamburg mit 707 Milligramm und Berlin mit 648 Milligramm pro 1000 Einwohner.
Europaweite Trends und regionale Besonderheiten
Die Studie offenbart, dass Kokain weiterhin eine der am stärksten wachsenden Drogen in Europa bleibt. Innerhalb eines Jahres stiegen die Rückstände um beachtliche 20 Prozent an. In 48 von 85 untersuchten Städten wurden steigende Werte gemessen, während nur 16 Städte Rückgänge verzeichneten. Die europäischen Hochburgen des Kokainkonsums liegen traditionell im Westen und Süden des Kontinents, insbesondere in Belgien, den Niederlanden und Spanien.
Neben dem klassischen Kokain rücken auch synthetische Drogen immer stärker in den Fokus der Untersuchungen. Amphetamine und Methamphetamine werden in deutschen Städten häufig im Abwasser nachgewiesen, wobei der Osten Deutschlands eine besondere Rolle spielt. Hier wurden auffällig hohe Werte von Crystal Meth gefunden, mit Chemnitz als Spitzenreiter dieser bedenklichen Entwicklung.
Besorgniserregende Entwicklungen bei anderen Substanzen
Europaweit fällt vor allem der dramatische Anstieg von Ketamin auf. Die Spuren dieser synthetischen Droge stiegen innerhalb eines Jahres um alarmierende 41 Prozent. Gleichzeitig geht der Konsum von Ecstasy (MDMA) zurück – in Deutschland um 16 Prozent. Diese gegenläufigen Trends zeigen, wie dynamisch und komplex sich das Drogenkonsumverhalten in Europa entwickelt.
Die Abwasseranalyse misst spezifisch die Abbauprodukte verschiedener Drogen und rechnet diese auf 1000 Einwohner hoch. Diese Methode gilt als besonders zuverlässig, da Abwässer nicht lügen können und einen direkten Einblick in den tatsächlichen Konsum bieten, der durch Befragungen oft nur unzureichend erfasst wird.



