Freispruch für Raser: Mit 200 km/h durch Neubrandenburg
Freispruch für Raser trotz 200 km/h in der Stadt

Ein 25-jähriger Autobesitzer aus Neubrandenburg wurde vor Gericht freigesprochen, obwohl er nachts mit Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde durch die Stadt gerast sein soll. Die Videos der Raserfahrten hatte er auf seinem TikTok-Kanal veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm illegale Autorennen vor, doch der Angeklagte bestritt, selbst gefahren zu sein.

Vorwurf: illegales Kraftfahrzeugrennen

Die Staatsanwaltschaft legte dem 25-Jährigen zur Last, im Jahr 2022 mit seinem 320 PS starken Wagen mehrfach bei Dunkelheit mit Tempo 202 bis 209 km/h durch Neubrandenburg gerast zu sein. Auf den Videos war zu sehen, wie der Fahrer unter anderem durch die Neustrelitzer Straße und die Demminer Straße raste, wo nur 50 beziehungsweise 70 km/h erlaubt sind. Die Aufnahmen zeigten das Display, vorbeiziehende Lichter und Teile des Fahrzeuginneren. In einem Clip war der Fahrer von hinten zu sehen: Die Ansicht mit dem linken Ohr und der Frisur ähnelte dem damaligen Aussehen des Angeklagten. Die Videos waren mit Rapmusik unterlegt.

Angeklagter bestreitet Fahrerschaft

Vor Gericht ließ der 25-Jährige über seinen Anwalt Sebastian Fitzer erklären, er habe das Fahrzeug damals regelmäßig auch von anderen fahren lassen. Inzwischen habe er den Wagen mit goldschimmernder Lackierung für 28.000 Euro an seine Mutter verkauft. Die Mutter war im Gerichtssaal anwesend, wurde aber nicht befragt. Der Angeklagte selbst gab nur kurze Antworten: Er mache kein Social Media mehr und habe seinen Führerschein wieder. Sein Anwalt wehrte Fragen nach den Motiven für die Veröffentlichung der Videos ab.

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Polizei berichtet von auffälliger Fahrweise

Ein 30-jähriger Polizist sagte aus, der Angeklagte sei damals regelmäßig aufgefallen. Andere Autofahrer hätten sich über den tiefergelegten Wagen beschwert, der im Slalom als Lückenspringer über den Stadtring gefahren sei. Ein weiterer Zeuge sprach von einer „sehr grenzwertigen Fahrweise“. Auf den Videos war auch zu sehen, wie der goldene Wagen gewaschen wurde.

Freispruch mangels Beweisen

Die Richterin begründete den Freispruch damit, dass nicht mit der für eine Verurteilung nötigen Sicherheit festgestellt werden könne, wer zum Tatzeitpunkt am Steuer gesessen habe. Die genauen Tatdaten ließen sich nicht ermitteln. Die anwesenden Polizisten quittierten das Urteil mit Kopfschütteln. Der Angeklagte verließ den Saal als freier Mann.

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