Geldwäsche-Razzia: Polizei rettet Millionen von Ex-Bond-Girl Ursula Andress
Die italienische Finanzpolizei hat in einer spektakulären Aktion Vermögenswerte im Wert von rund 20 Millionen Euro beschlagnahmt. Diese sollen mutmaßlich mit gestohlenem Geld der legendären Bond-Darstellerin Ursula Andress erworben worden sein. Die heute 90-jährige Schauspielerin wurde 1962 als Honey Ryder in „007 jagt Dr. No“ weltberühmt und gilt bis heute als Ikone des Kinos.
Vermögensverwalter soll Millionen unterschlagen haben
Laut Ermittlungen soll der ehemalige Vermögensverwalter von Ursula Andress, Eric Freymond (†67), über einen Zeitraum von acht Jahren etwa 18 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 19,6 Millionen Euro) durch fragwürdige Transaktionen veruntreut haben. Dies geschah ohne das Wissen und ohne die Zustimmung der Schauspielerin. Im Januar erstattete Andress im Schweizer Kanton Waadt Strafanzeige, unter anderem wegen Veruntreuung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither wegen Untreue, Urkundenfälschung und Geldwäscherei.
Ursula Andress äußerte sich gegenüber Medien zutiefst erschüttert: „Es ist ein großer Schock und eine schmerzliche Enttäuschung für mich. Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt.“ Die Bond-Legende lebt heute sehr zurückgezogen in einem Landhaus in der Nähe von Rom und berichtet von erheblichen psychischen Belastungen durch den Vorfall.
Internationales Geldwäschenetzwerk aufgedeckt
Die Ermittlungen der Schweizer und italienischen Behörden haben ein internationales Geldwäschenetzwerk ans Licht gebracht. Demnach konnte der Fluss der Millionen rekonstruiert werden. Eric Freymond soll das Geld hauptsächlich über Aktien und Kunstkäufe in Millionenhöhe beiseitegeschafft haben. Die erworbenen Kunstwerke wurden Ursula Andress weder gezeigt noch übergeben und sollen stattdessen seiner Ehefrau gehört haben.
Ziel dieser Transaktionen war es offenbar, Freymond Liquidität für seinen aufwändigen Lebensstil zu verschaffen. Der bereits verstorbene Vermögensverwalter stand zudem im Verdacht, auch das Vermögen des Hermès-Erben Nicolas Puech veruntreut zu haben.
Umfangreiche Beschlagnahmungen in der Toskana
Am Donnerstag gab die italienische Finanzpolizei bekannt, dass in San Casciano Val di Pesa bei Florenz umfangreiche Beschlagnahmungen durchgeführt wurden. Konfisziert wurden unter anderem:
- Elf Immobilien
- 14 Weinbau- und Olivenanbauflächen
- Kunstwerke von beträchtlichem Wert
- Verschiedene Finanzanlagen
Diese Vermögenswerte befinden sich sowohl in Florenz als auch in der ländlichen Toskana und sollen mit dem gestohlenen Geld der Schauspielerin erworben worden sein. Die Behörden gehen davon aus, dass das gestohlene Kapital systematisch in diese Anlagen investiert wurde, um es zu waschen.
Psychische Belastungen für die Bond-Ikone
Ursula Andress leidet nach eigenen Angaben massiv unter den Folgen des Betrugs. Sie berichtet von schlaflosen Nächten, Angstzuständen und Wutausbrüchen. „Dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um“, so die ikonische Darstellerin. Sie fühlt sich in ihrem Alter besonders ausgenutzt und betont, dass sie ihr Leben lang hart gearbeitet und gespart habe.
Die Ermittlungen dauern an, während die beschlagnahmten Vermögenswerte nun gesichert sind. Für Ursula Andress bleibt die Hoffnung auf eine teilweise Wiedergutmachung des erlittenen finanziellen und emotionalen Schadens.



