Geldwäscheverdacht: Grenzpolizei beschlagnahmt 150.000 Euro in Plastiktüte im ICE
Geldwäscheverdacht: 150.000 Euro in Plastiktüte beschlagnahmt

Geldwäscheverdacht: Grenzpolizei fasst Mann mit 150.000 Euro in Plastiktüte

Bei einer verdachtsunabhängigen Kontrolle im ICE von Deutschland nach Wien hat die Grenzpolizei Passau einen spektakulären Fund gemacht. Ein 39-jähriger Reisender aus dem Raum Wiesbaden transportierte in seinem Koffer eine dünne Plastiktüte, die mit einem kleinen Vermögen gefüllt war: Rund 150.000 Euro in bar sowie ein Bündel Schweizer Franken.

Plastiktüte mit grün, braun und blau schimmernden Bündeln

Als die Fahnder der Grenzpolizeiinspektion Passau am vergangenen Sonntag den Koffer des Mannes öffneten, schimmerte es ihnen in den Farben der Euro-Scheine entgegen. Bündelweise lagen 50-Euro- und 100-Euro-Scheine in der einfachen Plastiktüte. Bei einer derart großen Menge Bargeld ist der Reisende verpflichtet, eine plausible Erklärung für die Herkunft des Geldes vorzulegen – doch genau daran scheiterte der 39-Jährige.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Passau erklärte: „Nachdem der 39-Jährige keine plausiblen Angaben über die Herkunft des Bargeldes machen bzw. keinen Herkunftsnachweis vorlegen konnte, wurde das Geld zur Vorbereitung der möglichen Einziehung sichergestellt und Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet.“

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Verschärfte Gesetze gegen Bargeldkriminalität

Hintergrund dieser rigorosen Vorgehensweise ist eine Strafrechtsänderung aus dem Jahr 2017. Seither verfügen die Behörden über schärfere Instrumente im Kampf gegen Bargeldkriminalität. Sie können Vermögenswerte mit unklarer oder mutmaßlich krimineller Herkunft deutlich leichter einziehen – und das sogar ohne den Nachweis einer konkreten Straftat.

Wer sein beschlagnahmtes Geld zurückhaben möchte, muss nun beweisen, dass er es legal erworben hat. Diese Beweislastumkehr stellt einen Paradigmenwechsel in der Bekämpfung von Geldwäsche dar.

Ähnlicher Fall am Flughafen Stuttgart

Erst vor kurzer Zeit gab es einen vergleichbaren Vorfall am Flughafen Stuttgart. Dort wurde eine komplette Fußballmannschaft an der Ausreise gehindert, nachdem bei ihnen 215.000 Euro mutmaßliches Schwarzgeld sichergestellt worden war. Diese Fälle zeigen, dass die Behörden ihre Kontrollen intensiviert haben und konsequent gegen unerklärliche Bargeldtransporte vorgehen.

Die Ermittlungen gegen den 39-Jährigen aus Wiesbaden laufen derweil auf Hochtouren. Die Grenzpolizei prüft nun akribisch, ob es sich bei dem sichergestellten Geld tatsächlich um Erlöse aus kriminellen Geschäften handelt oder ob der Reisende vielleicht doch eine legale Erklärung nachreichen kann.

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