Kapstadt: Gericht weist Vorwürfe gegen Polizei im Fall des vermissten Deutschen Nick Frischke zurück
Gericht entlastet Polizei im Fall des vermissten Deutschen in Kapstadt

Kapstadt: Gericht weist Vorwürfe gegen Polizei im Fall des vermissten Deutschen Nick Frischke zurück

Seit mehr als drei Jahren hält das mysteriöse Verschwinden des deutschen Urlaubers Nick Frischke in Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt die Ermittlungsbehörden in Atem. In einem jüngsten Verfahrensurteil hat das Amtsgericht von Wynberg, einem Vorort Kapstadts, nun entscheidende Klarheit zu den Ermittlungsmethoden der Polizei geschaffen.

Polizeiermittlungen rechtmäßig durchgeführt

Richter Karel Meyer wies in seiner Entscheidung alle Vorwürfe der Verteidigung zurück, die Polizeibeamte hätten unrechtmäßig in das Haus eines der vier Tatverdächtigen eingedrungen, um Beweismaterial zu sichern. „Die Maßnahmen der Polizei stehen im Einklang mit der Strafprozessordnung“, betonte Meyer in seiner Urteilsbegründung. „Die bislang von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise sind zulässig.“

Der Richter hatte zuvor über mehrere Gerichtssitzungen hinweg sowohl Polizeibeamte als auch Zeugen der Verteidigung eingehend verhört, um die Rechtmäßigkeit der Ermittlungen umfassend zu prüfen. Das Hauptverfahren soll am 14. April fortgesetzt werden.

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Vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Der aus Döbern bei Cottbus stammende Nick Frischke gilt seit dem 15. Februar 2023 als vermisst. Die vier angeklagten Südafrikaner haben auf „nicht schuldig“ plädiert und befinden sich seit ihrer Festnahme vor etwa zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Gegen einen fünften Verdächtigen wurde die Anklage aufgrund mangelnder Beweislage fallen gelassen.

Die Ermittler hatten in ihrem Besitz Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden. Im Januar hatte der Chefermittler der Polizei, Dudley Truter, ausgesagt, dass einer der Angeklagten in einer eidesstattlichen Erklärung einen mutmaßlichen Mittäter beschuldigt habe, Frischke in den Rücken gestochen zu haben. Der Tourist habe aufgrund dieser Verletzung nicht mehr richtig laufen können.

Letzte bekannte Aufnahmen und mutmaßlicher Überfall

Der damals 22-jährige Frischke war nach Polizeiangaben am 6. Februar 2023 in Südafrika eingereist und wohnte in einer Unterkunft im Kapstädter Vorort Pinelands. Sein letztes Lebenszeichen stammt von einer Sicherheitskamera, die den Brandenburger in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay zeigt. Dort war er nach Polizeiangaben von einem Fahrdienst abgesetzt worden.

Südafrika: Touristenparadies mit Sicherheitsproblemen

Südafrika zählt zu den beliebtesten Touristenzielen Afrikas und ist weltweit für seine Safaris, atemberaubende Natur, weite Strände, kulturelle Vielfalt und Outdoor-Aktivitäten bekannt. Das Land kämpft jedoch mit einer anhaltend hohen Kriminalitätsrate. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Gewaltverbrechen in dem Land mit rund 63 Millionen Einwohnern erneut gestiegen.

Allein in den drei Monaten von Juli bis September 2025 sind Regierungsangaben zufolge knapp 5.800 Menschen ermordet worden – statistisch gesehen 63 pro Tag. In dem gleichen Zeitraum kam es zu etwa 32.000 Überfällen mit erschwerenden Umständen. Dieser Hintergrund macht den Fall des vermissten deutschen Touristen besonders brisant und unterstreicht die Herausforderungen für ausländische Besucher in der Region.

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