Prozess in Bremen: Geständnis zu geplantem Sprengstoffanschlag auf Klinik
Im Landgericht Bremen hat einer der beiden Angeklagten im Prozess um einen geplanten Sprengstoffanschlag auf eine Klinik die Vorwürfe eingeräumt. Der 19-Jährige beschrieb seine Motivation in einer Erklärung zu Prozessbeginn als "wie ein Spiel, wie eine Fantasie". Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und seinem 35-jährigen Onkel vor, einen islamistischen Anschlag auf ein Bremerhavener Krankenhaus vorbereitet zu haben.
Details der geplanten Tat
Laut Anklage konkretisierten die beiden Deutschen ihre Pläne im vergangenen Sommer. Der 19-Jährige sollte demnach mit einer selbst gebastelten Sprengstoffweste eine Klinik betreten, um eine große Zahl argloser Menschen und sich selbst zu töten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Männer die Sprengstoffweste bei der Mutter des älteren Angeklagten bauen wollten.
Die Frau soll drei Stoffe bestellt haben, für mehr reichte das Geld nach Ermittlungsangaben nicht aus. Beamte stießen im Rahmen anderer Ermittlungen auf Chats zwischen den Männern und nahmen sie daraufhin fest. Beide Angeklagten sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Aussagen des jüngeren Angeklagten
Vor Gericht räumte der 19-Jährige ein, in Chats und in Gesprächen mit seinem Onkel den Anschlag geplant zu haben. "Ich wollte immer wissen, wie es sich anfühlt, einen Menschen umzubringen", sagte der Angeklagte, der nach eigenen Angaben unter psychischen Problemen, Zwangsgedanken und Autismus leidet.
Von seinem Onkel habe er sich verstanden gefühlt, erklärte der junge Mann weiter. Dieser habe ihm aus dem Koran vorgelesen und ihn überzeugt, einen Anschlag zu verüben. "Ich bereue zutiefst, mich auf diese Pläne eingelassen zu haben", beteuerte der Angeklagte vor dem Gericht. Sein Onkel äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Ausblick auf das Verfahren
Ein Urteil in diesem bedeutenden Prozess könnte Anfang Juni verkündet werden. Den beiden Angeklagten droht nach den derzeitigen Ermittlungsergebnissen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Landgericht Bremen muss nun die Glaubwürdigkeit der Aussagen prüfen und die genauen Umstände der geplanten Tat bewerten.
Die Ermittlungen haben gezeigt, wie nahe die beiden Männer an der Umsetzung ihrer Pläne waren, bevor sie durch Zufall entdeckt wurden. Der Fall wirft Fragen zur Radikalisierung im privaten Umfeld und zur Früherkennung solcher Gefahren auf.



