Staatsanwaltschaft fordert über sieben Jahre Haft für Sohn der norwegischen Kronprinzessin
Im laufenden Prozess gegen Marius Borg Høiby, den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, hat die Staatsanwaltschaft in Oslo eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert. Høiby ist in 40 Anklagepunkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht. Der Prozess, der seit Februar in Oslo stattfindet, hat zu einer deutlichen Forderung der Anklage geführt, die auch ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin beinhaltet.
Vorwürfe und Verteidigung im Prozess
Marius Borg Høiby wird beschuldigt, vier Frauen vergewaltigt und mehrere Ex-Freundinnen körperlich sowie psychisch misshandelt zu haben. Der 29-Jährige wies diese Vorwürfe unmittelbar nach Prozessbeginn zurück und antwortete leise mit "Nein" auf die Frage, ob er die Strafschuld einräume. Während des sechs Wochen langen Verfahrens gab Høiby häufig an, sich nicht genau erinnern zu können, was die Staatsanwaltschaft als unglaubwürdig bewertete.
Staatsanwalt Sturla Henriksbø sprach in seinem Plädoyer den mutmaßlichen Opfern eine größere Glaubwürdigkeit zu als dem Angeklagten. Eine Ex-Freundin sagte vor Gericht aus: "Ich habe das Gefühl, Marius hat zwei Gesichter." Die bereits verbrachte Untersuchungshaft von 63 Tagen soll von der geforderten Haftstrafe abgezogen werden.
Weitere Belastungen für die norwegische Königsfamilie
Die Vorwürfe gegen Høiby, oft als "Bonusprins" bezeichnet, sind nicht der einzige Skandal, der die norwegische Königsfamilie derzeit belastet. Kronprinzessin Mette-Marit steht seit Wochen in der Kritik für ihre enge Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Epstein hatte in Norwegen ausgezeichnete Kontakte, und die Enthüllungen erschüttern das Selbstbild der Nation, was Fragen zur Anfälligkeit der norwegischen Elite aufwirft.
Der Prozess gegen Høiby unterstreicht die ernsten rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Königsfamilie konfrontiert ist. Die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, während die Justiz über das Schicksal des Angeklagten entscheidet.



