Familiendrama in Hagen: Ehemann tötet Ehefrau mit Messer
Ein tragisches Familiendrama hat sich in Hagen (Nordrhein-Westfalen) ereignet. Ein 41-jähriger syrischer Staatsangehöriger soll seine 35-jährige Ehefrau mit mindestens 15 Messerstichen getötet haben. Die gemeinsamen fünf Kinder im Alter von 3, 7, 10, 13 und 15 Jahren sind nun zu Halbwaisen geworden.
Herzzerreißender Abschied in sozialen Medien
Die 13-jährige Tochter verabschiedete sich auf bewegende Weise von ihrer Mutter in den sozialen Medien. Unter einem Foto, das sie eng umschlungen mit ihrer Mutter zeigt, schrieb das Mädchen: „Friede sei mit Dir, Mama. Möge Gott Dir gnädig sein.“ Das Bild zeigt beide lächelnd, doch das familiäre Glück war in der Wohnung am Hagener Hauptbahnhof nur noch selten zu Gast.
Gewaltvorgeschichte war bekannt
Polizeisprecher Tim Sendler bestätigte gegenüber Medien: „Der Tatverdächtige war der Polizei bereits bekannt.“ Ende 2024 kam es zu einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt. Die Frau hatte damals Anzeige erstattet und berichtet, dass sie in den vergangenen Jahren wiederholt von ihrem Ehemann geschlagen worden sei. Gegen ihn wurde ein zehntägiges Rückkehrverbot für die gemeinsame Wohnung verhängt.
Der 41-Jährige war wegen Nötigung (2023), häuslicher Gewalt (2024) und Körperverletzung an Jugendlichen (2025) angezeigt worden, jedoch nie verurteilt worden.
Tatablauf am Samstagabend
Am Samstagabend eskalierte die Situation endgültig. Nachbarn berichteten, wie die 35-Jährige um ihr Leben lief und immer wieder schrie, ehe der mutmaßliche Täter sie zu Boden riss und mit einem Messer attackierte. Mindestens 15 Stiche soll das Opfer erlitten haben, wobei ein Stich die Halsschlagader traf. Trotz sofortiger Reanimationsversuche stellten Ärzte im Krankenhaus den Tod der Frau fest.
Festnahme und weitere Ermittlungen
Die Polizei fand den Tatverdächtigen etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt an einer Bushaltestelle der Fernuniversität. Nach Informationen soll er bei seiner Festnahme ein Messer im Ärmel versteckt gehabt und die Tat eingeräumt haben. Vor dem Haftrichter schwieg der 41-Jährige. Sein Rechtsanwalt Andreas Trode erklärte: „Wir warten auf Akteneinsicht.“
Zukunft der fünf Kinder ungewiss
Das Jugendamt prüft nun, wie es mit den fünf Halbwaisen weitergehen soll. Es soll keine Verwandten der Familie in Deutschland geben. Die zentralen Fragen sind, ob die Kinder bei Freunden unterkommen können und vor allem, ob sie zusammenbleiben dürfen. Die Geschwister haben alles verloren, was ihnen Halt und Sicherheit gab. Nun bleibt nur die Hoffnung, dass sie wenigstens einander nicht auch noch verlieren müssen.
Am Tatort in der Eickertstraße zeugen noch die persönlichen Gegenstände der Kinder vom abrupten Ende des Familienlebens: Roller und Skateboard liegen im Flur, die Schuhe stehen ordentlich aufgereiht. An der Wohnungstür hängt ein Herzsymbol – ein bitterer Kontrast zu den Gewalttaten, die sich hinter dieser Tür immer wieder ereignet haben sollen.



