Hamburg nimmt Abschied von U-Bahn-Opfer Asal: Hunderte trauern um 18-Jährige
Hamburg nimmt Abschied von U-Bahn-Opfer Asal

Hamburg nimmt Abschied von U-Bahn-Opfer Asal: Hunderte trauern um 18-Jährige

Langsam und würdevoll senkte sich der Sarg mit der jungen Frau in die Tiefe des Grabes. Fatemeh Z., von allen liebevoll nur „Asal“ (zu Deutsch: „Honig“) genannt, wurde gerade einmal 18 Jahre alt. Mehrere hundert Menschen hatten sich auf dem historischen Parkfriedhof Ohlsdorf an der Kapelle 9 versammelt, um der jungen Frau die letzte Ehre zu erweisen. Die Stimmung war von Fassungslosigkeit, Stille und tiefer Erschütterung geprägt. Immer wieder flossen Tränen, und stille Umarmungen gaben Halt, wo Worte längst versagten.

Ein brutales Verbrechen erschüttert die Hansestadt

Asal wurde Opfer eines besonders brutalen Gewaltverbrechens, das ganz Hamburg in Atem hält. Der 25-jährige Ariop A. aus dem Südsudan hatte die junge Frau am Donnerstag der vergangenen Woche an der U-Bahn-Station Wandsbek Markt vor eine einfahrende Bahn gerissen. Für Asal gab es in diesem Moment keine Chance. Die Hansestadt stand unter Schock – und dieser hält bis heute an.

Während der bewegenden Trauerfeier erinnerten Familie, Angehörige, Freunde und Bekannte an ein lebensfrohes Mädchen mit großen Träumen, konkreten Plänen und einem stets offenen Herzen. Eine geliebte Tochter. Eine treue Freundin. Ein junger Mensch, der viel zu früh und auf so grausame Weise gehen musste. Unzählige Blumen bedeckten das frische Grab, leise Gebete wurden gesprochen, und viele Trauergäste verharrten lange in stillem Gedenken – unfähig, den endgültigen Abschied zu nehmen.

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Die unermessliche Trauer der Eltern

Besonders ergreifend war die Anwesenheit der Eltern Mahnaz D. und Fardin D. Die Mutter musste während der gesamten Zeremonie gestützt werden, ihr Schmerz war mit Händen zu greifen. Der Vater hielt mit beiden Händen ein Foto seines Kindes umklammert, als könne er so die Verbindung aufrechterhalten. „Es tut so unendlich weh. Ich vermisse sie jeden Tag mehr“, brachte die Mutter ihre Gefühle in wenigen, erschütternden Worten zum Ausdruck.

Bereits bei einer vorangegangenen Gedenkfeier am Bahnhof hatte sie voller Verzweiflung gerufen: „Er hat mein schönes Kind umgebracht. Meine wundervolle Tochter, du bist jetzt ein Engel. Wir sind hier fremd, haben niemanden, und nun muss ich dich hier beerdigen. Du warst erst drei Jahre in Deutschland. Was soll ich nur mit all deinen Träumen und Wünschen machen, die du nicht mehr leben kannst?“ Und sie fügte hinzu: „Du wolltest Flugbegleiterin werden. Nun fliegst du selbst und bist im Himmel.“

Der Vater blickte während der Beisetzung immer wieder auf den Sarg und sagte: „Ich habe nur wenige Tage vor ihrem Tod noch mit ihr telefoniert. Ich kann es einfach nicht begreifen, dass sie nicht mehr bei uns ist.“ Asal lebte zuletzt bei ihrer Mutter am Hamburger Stadtrand, während der Vater etwa 40 Kilometer entfernt in Schleswig-Holstein wohnte.

Eine Stadt sucht Antworten

Auf dem Friedhof Ohlsdorf und beim anschließenden Trauertreffen in einem nahegelegenen Lokal war immer wieder dieselbe, quälende Frage in den Gesichtern der Menschen zu lesen: Warum nur? Warum musste es Asal treffen? Der tragische Fall hat in Hamburg und weit darüber hinaus eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst – über Sicherheit im öffentlichen Raum, über Gewaltprävention und den Schutz der Bürger. Doch in diesen Stunden des Abschieds zählte nicht die öffentliche Diskussion, sondern allein die gemeinsame, tiefe Trauer um ein viel zu früh verlorenes Leben.

Hamburg verabschiedete sich an diesem Tag leise und respektvoll von Fatemeh Z., die alle nur Asal nannten. Kerzen brannten, frische Blumen wurden auf der Grabstätte niedergelegt, und die Erinnerung an ein strahlendes Mädchen mit Zukunftsträumen bleibt in den Herzen aller, die sie kannten und liebten.

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