Seit Samstagmorgen wird in Hamburg ein pro-palästinensisches Protest-Camp aufgebaut. Nicht nur für die Jüdische Gemeinde ist das ein Schock: Denn die Israel-Hasser campieren auf einem Platz mit historischer Bedeutung. Die Grünfläche vor dem Dammtor-Bahnhof, die Moorweide, war im Zweiten Weltkrieg Sammelplatz für Tausende Juden sowie Sinti und Roma, die später von den Nazis deportiert und ermordet wurden.
Aufbau des Camps und Polizeipräsenz
Aktuell stehen laut Polizei bereits ein Pavillon und mehrere Zelte auf der Moorweide. Laut Veranstalter werden bis zu 200 Teilnehmer erwartet. Die Polizei beobachtet die Lage und ist mit mehreren Beamten vor Ort. Die Beamten sichern das Gelände und achten auf mögliche Straftaten.
Gericht erlaubt Hass-Camp
Das Hass-Camp mit dem Titel „Bridges of Resistance“ (Brücken des Widerstands) soll bis zum 16. Mai stehen. Die Polizei wollte es ursprünglich in den Sternschanzenpark verlegen, doch die Veranstalter zogen mit Erfolg vor Gericht. Am Freitag bestätigte das Oberlandesgericht in einer Eilentscheidung: Das Camp darf auf der Moorweide in Hamburg stehen. Die Richter argumentierten: „Eine allgemeine radikale oder extremistische Grundeinstellung des Veranstalters oder Leiters ist für die Gefahrenprognose rechtlich irrelevant, solange sie sich nicht in konkreten, auf die Versammlung bezogenen, rechtsgutgefährdenden Aktionen manifestiert.“
Reaktionen aus der jüdischen Gemeinschaft
Zum beschämenden Camp ruft unter anderem die Gruppe Thawra Hamburg auf, die seit 2025 vom Verfassungsschutz beobachtet, als extremistisch und offen antisemitisch eingeordnet wird. Hamburgs Landesrabbiner Shlomo Bistritzky (48) schrieb auf X: „Wir – die Hamburger Juden – sind darüber zutiefst besorgt.“ In einem Statement der israelischen Botschaft in Berlin heißt es: „Wer zum ‚Töten von Kolonialisten‘ aufruft, Hamas-Terror verherrlicht und den ‚Widerstand mit allen Mitteln‘ propagiert, verteidigt keine Menschenrechte. Das ist keine Friedensbewegung. Das ist extremistischer Hass.“
Die Stimmung in der Stadt ist angespannt. Viele Hamburger zeigen sich entsetzt über die Wahl des Ortes. Die Polizei bleibt präsent, um die Sicherheit zu gewährleisten und mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Die Veranstalter betonen, dass das Camp friedlich verlaufen soll, doch die Sorge vor antisemitischen Vorfällen ist groß.



