Staatsanwaltschaft ermittelt nach Hasskommentaren gegen Influencer-Paar
Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Beleidigung eingeleitet. Betroffen sind die Influencerin Lisa-Marie Straube und ihr Ehemann Furkan Akkaya, die nach dem tragischen Tod ihres vier Monate alten Sohnes Xavi im Februar 2026 im Internet massiv angefeindet wurden.
Pietätlose Äußerungen im Fokus der Ermittler
Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitteilte, hatte Straube ein Posting zur Anzeige gebracht, in dem dem Paar vorgeworfen wurde, den Tod ihres Kindes öffentlichkeitswirksam zu vermarkten. In dem Kommentar wurde unter anderem behauptet, dem toten Kind gehe es jetzt besser. Die Ermittlungsbehörden prüfen nun, ob es sich bei den Äußerungen um strafbare Beleidigungen oder lediglich um pietätlose Meinungsäußerungen handelt.
Das Verfahren wurde wegen des Wohnsitzes des Beschuldigten von Dortmund nach Niedersachsen verwiesen. Ein weiteres Ermittlungsverfahren soll wegen des Wohnsitzes eines möglichen weiteren Verfassers von der Staatsanwaltschaft in Wuppertal geprüft werden.
Trauer öffentlich geteilt – und Konsequenzen gefordert
Lisa-Marie Straube und Furkan Akkaya, die durch ihre Teilnahme an der RTL-Show Temptation Island bekannt wurden, hatten im Anschluss an das Format geheiratet und zwei Kinder bekommen. Nach dem plötzlichen Tod ihres jüngsten Sohnes berichteten sie auf Instagram von ihrem Verlust und wurden daraufhin im Internet verbal attackiert.
"Besonders diejenigen, die unser totes Kind mit dem Abscheulichsten beleidigt haben, will ich vor Gericht in die Augen sehen", sagte Straube der Bild-Zeitung. Sie erstattete mehrere Anzeigen gegen die Verfasser der Hasskommentare.
Rechtliche Bewertung steht noch aus
Die Ermittlungsbehörden betonen, dass die rechtliche Einordnung der Kommentare noch nicht abgeschlossen ist. Es wird untersucht, ob die Grenze zur strafbaren Beleidigung überschritten wurde oder ob es sich um geschmacklose, aber rechtlich möglicherweise noch zulässige Äußerungen handelt.
Der Fall wirft erneut Fragen zum Umgang mit Hass im Internet und den rechtlichen Möglichkeiten Betroffener auf. Die Ermittlungen in Dortmund, Braunschweig und Wuppertal laufen derzeit.



