Hertha-Krise: Trainer Leitl fordert mehr Führung von Kapitänen
Hertha-Krise: Leitl fordert mehr Führung

Nach der jüngsten Niederlage in Magdeburg (0:1) hat Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) ein Donnerwetter angekündigt. Die Unzufriedenheit hatte sich bereits in den vorherigen sieglosen Spielen gegen Kiel (0:1), Braunschweig (1:1) und Kaiserslautern (0:1) aufgestaut. Mittlerweile ist die Reibung zwischen Mannschaft und Trainer an einem Punkt angelangt, an dem sich die Spannung entladen muss. In der Hertha-Kabine knistert es gewaltig.

Kritik an den Kapitänen

Ein Beispiel: In Braunschweig führte Hertha am 19. April bis zur 78. Minute mit 1:0, doch der mögliche Sieg und die Aufstiegschance wurden leichtfertig verschenkt. Wie die Bild erfuhr, war es das erste Mal in dieser Saison, dass Leitl nach dem Spiel vor der versammelten Mannschaft die drei Kapitäne Fabian Reese (28), Toni Leistner (35) und Deyovaisio Zeefuik (28) zu sich holte. Er erklärte dem Trio, dass er mehr Führungsqualitäten von ihnen erwarte. Gleichzeitig forderte er das gesamte Team auf, trotz des verpassten Aufstiegs in den verbleibenden Spielen absolute Leistungsbereitschaft zu zeigen, um die maximale Punktzahl zu erreichen.

Frust trotz Dominanz

Im folgenden Heimspiel gegen Kiel dominierte Hertha mit 23:6 Torschüssen, verlor aber unglücklich mit 0:1. Die Erfolglosigkeit setzte sich fort und erreichte mit dem 0:1 in Magdeburg am vergangenen Sonntag den bisherigen Höhepunkt. Wieder erzielte Hertha kein Tor, erneut wechselte Leitl Kapitän Reese vorzeitig aus. Wieder gab es eine Ansage an die gesamte Mannschaft. Nach dem Abpfiff verriet Leitl: „Es war schon in der Halbzeitpause laut. Ich bin richtig angefressen.“ Zudem kündigte er ein Donnerwetter an: „Das wird es definitiv geben. So wird sich meine Mannschaft nicht mehr präsentieren.“ Ein dringender Appell an die Profis.

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Irritationen um Reese-Auswechslung

In der Hertha-Kabine brodelt es. Berichten zufolge haben einige Profis die Auswechslung von Reese in der 68. Minute beim Stand von 0:1 in Magdeburg nicht verstanden. Immerhin ist er Herthas gefährlichster Angreifer mit zehn Toren und zwölf Vorlagen – der Spieler, an dem sich die Offensive aufrichtet. Leitl warf Reese jedoch fehlende Intensität in der Defensive vor. Tatsächlich ließ Reese bei der Entstehung des Gegentores zum 0:1 (61.) in der Rückwärtsbewegung Gegenspieler Bockhorn zu frei. Wenige Minuten später nahm Leitl seinen Kapitän vom Feld – auch als Botschaft an alle anderen. Ein Spiel mit dem Feuer, denn ohne den Offensivstar gelang Hertha kein einziger Torschuss mehr. Am Ende hatte Reese trotz der geringsten Spielzeit die meisten Torschüsse (2), Flanken (6), Dribblings (6) und die zweitmeisten Sprints (16) auf dem Hertha-Konto. Die Auswechslung sorgte für Irritationen bei den Teamkollegen.

Weitere Unzufriedenheit bei Reservisten

In Magdeburg bekamen weitere Profis von Leitl Kritik zu hören. Unzufrieden sind zudem die Reservisten, die sich im Saisonendspurt Einsatzchancen erhofft hatten. Pascal Klemens, der auf Leitls Wunsch hin seinen auslaufenden Vertrag bis 2028 verlängert hatte, schmorte weiter auf der Bank, obwohl die obligatorische Doppelsechs mit Eichhorn und Seguin in Magdeburg gesperrt fehlte. Leon Jensen schaffte es nicht wie erhofft in den Kader.

Brandherde vor dem letzten Heimspiel

Vor dem letzten Hertha-Heimspiel der Saison am Sonntag gegen Fürth hat Trainer Leitl einige Brandherde zu löschen. Hoffentlich kann er in dieser Mannschaft wieder ein positives Feuer entfachen. Sonst droht ein sehr heißer Sommer für alle Beteiligten.

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