20-Jähriger stirbt bei Unfall – Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei
Horror-Unfall: Eltern geben Polizei Mitschuld

Vor genau einem Jahr starb der 20-jährige Deniz Mario Vasilev bei einem schweren Autounfall in Weisen. Seine Eltern erheben nun schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie fühlen sich schlecht behandelt und sehen strukturellen Rassismus als Ursache für die Tragödie. Die zuständige Polizeibehörde weist die Anschuldigungen zurück.

Das geschah in der Unfallnacht

Der junge Mann war in den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2025 von Perleberg in Richtung Wittenberge unterwegs. In Perleberg hatte zuvor die Kneipennacht stattgefunden, weshalb die Polizei verstärkt kontrollierte. Ein Streifenwagen bemerkte Vasilev aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung und nahm die Verfolgung auf. In Weisen verlor der 20-Jährige in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen Bäume, ein Verkehrsschild und einen Zaun. Das Auto wurde in zwei Teile gerissen, Vasilev wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Seine Freundin, die ebenfalls im Auto saß, überlebte schwer verletzt.

Schuldvorwürfe der Familie

Die Eltern des Verstorbenen bemängeln, dass sie nicht sachgemäß über den Tod ihres Sohnes informiert worden seien. Sie erfuhren erst von Bekannten von dem Unfall. Zudem sei ihnen nicht gestattet worden, den Leichnam zu identifizieren. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse habe kaum eine Kommunikation mit der Polizei stattgefunden. Die Polizei hingegen erklärt, dass ein Dolmetscher und ein Seelsorger angefordert worden seien. Die Eltern hätten die Hilfe eines Seelsorgers abgelehnt. Die Familie bestreitet dies und fühlt sich alleingelassen.

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Vorwurf des strukturellen Rassismus

Die Angehörigen behaupten, dass Vasilev bereits Monate vor dem Unfall ständigem Polizeidruck ausgesetzt war und überproportional häufig kontrolliert wurde. Aufgrund dieser Vorgeschichte und weil er wenige Monate zuvor seinen Führerschein verloren hatte, sei er vor der Polizei geflüchtet, was letztlich zu seinem Tod führte. „Wir sind vielleicht Ausländer, aber wir haben trotzdem eine Seele“, sagt der Vater. Die Familie fordert eine unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Rassismus.

Kritik an Zeugenbefragung

Die Familie kritisiert auch die Vernehmung der schwer verletzten Beifahrerin am Unfalltag. Diese sei im Krankenhaus als Zeugin vernommen worden, was die Familie für einen Verfahrensfehler hält. Die Polizei bestätigt die Befragung im Beisein der Mutter und nach Rücksprache mit den Ärzten. Die Eltern behaupten, die Beifahrerin habe später ihre Aussage widerrufen wollen, was ihr aber nicht gestattet worden sei. Die Polizei hat dazu keine Informationen.

Forderung nach Gerechtigkeit

Die Eltern und der beste Freund Omid fordern, dass der Fall nicht zu den Akten gelegt wird. Sie erwarten eine unabhängige Untersuchung, um sicherzustellen, dass andere Familien nicht ähnliche Erfahrungen machen. „Gerechtigkeit für Deniz. Das ist das Letzte, was wir für ihn noch tun können“, sagen sie. Omid besucht mehrmals pro Woche das Grab: „Ich gehe jede Woche mindestens fünfmal zum Friedhof. Es beruhigt mich, bei Deniz zu sein.“

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