ICE-Beamter nach Schüssen bei Abschiebeaktion in Minnesota angeklagt
ICE-Beamter in Minnesota nach Schüssen angeklagt

Ein Beamter der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE muss sich in Minnesota wegen abgegebener Schüsse während eines Einsatzes verantworten. Konkret werden dem Mann Körperverletzung und falsche Angaben gegenüber den Ermittlungsbehörden vorgeworfen, wie die Staatsanwältin von Hennepin County, Mary Moriarty, auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Vorfall bei Abschieberazzia

Demnach feuerte der Beschuldigte seine Waffe auf eine geschlossene Haustür, hinter der sich vier Menschen befanden. Ein Mann sei am Oberschenkel getroffen worden. Wie Moriarty weiter mitteilte, schoss der ICE-Beamte bei einem Einsatz Mitte Januar auf die Haustür, „obwohl er wusste, dass sich dort Menschen befanden, die gerade ins Haus gerannt waren und weder für ihn noch für andere eine Gefahr darstellten.“ Die Kugel sei schließlich in der Wand eines Kinderzimmers stecken geblieben. Der verletzte Mann habe sich rechtmäßig in der Gemeinde aufgehalten.

Hintergrund der Operation Metro Surge

Die gewaltsamen Abschieberazzien hauptsächlich in Minnesota hatten zu Beginn des Jahres landesweit für Aufsehen gesorgt. Minnesota geriet über Wochen hinweg in den Fokus der umstrittenen „Operation Metro Surge“, bei der Einsatzkräfte der US-Einwanderungsbehörde ICE besonders hart vorgingen. Dabei kamen zwei Menschen durch Schüsse von Grenzbeamten ums Leben: die 37-jährige Renée Good sowie der ebenfalls 37-jährige Alex Pretti. Seither schwelt zwischen Bundesbehörden und Bundesstaaten ein Streit über die Aufklärung der Ereignisse.

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Kritik aus den eigenen Reihen

Die Maßnahmen lösten selbst innerhalb der Republikanischen Partei Kritik aus. Zwar befürwortet ein großer Teil der US-Bevölkerung grundsätzlich Abschiebungen, doch vielen ging das Vorgehen der ICE deutlich zu weit.

Rechtliche Konsequenzen

Staatsanwältin Moriarty erklärte zur aktuellen Anklage, dass das Verfahren weiterhin in der Zuständigkeit der Staatsanwälte in Minnesota verbleibe. Sollte der Beamte verurteilt werden, könne er nicht vom US-Präsidenten begnadigt werden. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe und die Unabhängigkeit der Justiz auf Bundesstaatsebene.

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