Doku enthüllt erschreckende Realität: Jugendliche zeigen Iran-Schwert und berichten von Gewalt
Hamburg-Jenfeld – Ein Stadtbild geprägt von Hochhäusern, viel Grau und wenig Grün, durchzogen von regelmäßigen Böller-Explosionen. Seit Jahren gilt dieser Stadtteil als sozialer Brennpunkt. Inmitten dieser Umgebung trifft BILD-Vize Paul Ronzheimer in der zweiten Folge seiner Doku-Reihe „RONZHEIMER – Wie geht’s Deutschland“ auf eine Gruppe von acht jungen Männern zwischen 16 und 21 Jahren, von denen viele mehrfach vorbestraft sind.
Illegales Schwert aus dem Iran als Alltagsbegleiter
Die Premiere der Folge zum Thema Jugendkriminalität findet am Dienstag um 20.15 Uhr auf Sat.1 statt. Gemeinsam mit einem Streetworker konfrontiert Ronzheimer die Jugendgang mit ihren Handlungen. Auf die Frage, ob sie Messer bei sich tragen, zieht einer der Teenager plötzlich ein großes orientalisches Schwert aus seiner Jacke. „Ein alevitisches Schwert“, erklärt der 16-Jährige ehrfürchtig und gibt zu, es aus dem Iran bestellt zu haben. „Hab’s fast jeden Tag dabei“, sagt er, obwohl das Führen einer solchen Waffe in der Öffentlichkeit illegal ist.
Gewalttaten werden offen und ohne Reue geschildert
Die Jugendlichen beschreiben ihre täglichen Aktivitäten mit erschreckender Offenheit: „Wir hängen rum und randalieren“. Ein Mitglied der Gruppe schildert, wie er zwei Jungen einen E-Scooter entriss und ihnen sein Messer zeigte. Als sie verfolgten, drohte er mit Zustichen, sollten sie den Raub nicht akzeptieren. Ein anderer berichtet von einem Angriff mit einer Machete auf Menschen. Auf die Frage nach der Schwere der Verletzungen antwortet er knapp: „Sehr schwer“.
Der anwesende Streetworker warnt ihn: „Dafür kannst du fünf Jahre kriegen!“ Die trockene Antwort des Jugendlichen: „Dann krieg ich halt fünf Jahre“. Als Ronzheimer fassungslos nachfragt, ob sie stolz auf solche Taten seien, verneinen sie zunächst – bereuen würden sie es nur wegen der Strafen. Doch dann folgt der verblüffende Satz: „Es hat Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen“.
Haft als einkalkuliertes Risiko
Mehrere der jungen Männer melden sich, als nach „Stress mit der Polizei“ gefragt wird. Für sie scheint Haft kein Schreckgespenst mehr zu sein, sondern ein kalkuliertes Risiko. „Wenn es sich lohnt“, erklären einige, seien sie bereit, ins Gefängnis zu gehen. Einer der Jugendlichen erzählt von seinem früheren Traum, Fußballprofi zu werden, und dass er gerne Sport gemacht habe. Heute rennt er nur noch, „wenn die Polizei kommt“.
Doku zeigt weitere Fälle und diskutiert mit Politikern
Die Dokumentation beschränkt sich nicht auf diese eine Jugendgang. Paul Ronzheimer zeigt weitere erschreckende Fälle von Jugendgewalt und präsentiert alarmierende Zahlen. In einem Talk mit CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann widmet er sich der zentralen Frage: Warum wirken Strafen heute kaum noch abschreckend?
Die Böller-Explosionen, die den Stadtteil regelmäßig erschüttern, kommen nach Aussage der Teenager von ihnen: „Alles von uns, immer von uns!“ Auf Ronzheimers Nachfrage, was das solle, antworten sie: „Wir haben gute Laune und wollen, dass alle gute Laune haben“. Für die Anwohner dürfte dies anders klingen. Die Jugendlichen betonen zwar: „Wir sind zu jedem korrekt“, doch die geschilderten Gewalttaten sprechen eine andere Sprache.
Offen bleibt in der Doku auch die Frage nach der Rolle der Eltern: Wissen sie, was ihre Söhne treiben, oder haben sie längst jeden Einfluss verloren? Die Begegnung in Hamburg-Jenfeld wirft ein grelles Licht auf eine Jugend, für die Gewalt und Kriminalität zum Alltag gehören – und die darüber im Fernsehen ohne Scheu berichtet.



