Keller-Folter in Gera: Kurierfahrer wegen Beleidigung der Frau des Täters gequält
Keller-Folter in Gera: Kurierfahrer fünf Stunden gequält

Keller-Folter in Gera: Kurierfahrer fünf Stunden lang gequält

Ein schockierender Fall von Gewalt hat das Amtsgericht Gera beschäftigt. Izet A., ein 40-jähriger Kurierfahrer aus Berlin, wurde am Silvesterabend 2024 in einem modrigen Keller in Thüringen mehr als fünf Stunden lang gefoltert. Mit Lkw-Spanngurten an einen Ledersessel gefesselt, musste er Schläge, eiskaltes Wasser und Todesdrohungen erdulden. Neben ihm saß sein Peiniger Abdulrahman M. (31) und rauchte Shisha, während das Opfer zitternd vor Kälte und Angst litt.

Bizarre Racheaktion mit tragischem Hintergrund

Das Motiv für diese grausame Tat war zunächst völlig unklar für das Opfer. Erst im Prozess stellte sich heraus, dass Izet A. zur falschen Zeit am falschen Ort war. Abdulrahman M. hatte zuvor Fliesen gekauft und dabei Ärger um den Preis mit dem Verkäufer, einem Neffen des Opfers, bekommen. In dem daraus resultierenden Streit wurde offenbar auch die Frau von Abdulrahman M. am Telefon beleidigt.

Die Verletzung der Ehre seiner Frau rückte in den Vordergrund, und der Täter schwor Rache. Als der ahnungslose Kurierfahrer bei ihm eintraf, um palettenweise Fliesen von Berlin nach Greiz auszuliefern, nutzte Abdulrahman M. die Gelegenheit für seine bizarre Racheaktion. Statt nach der Lieferung zurückzukehren, verschwand Izet A. spurlos, bis die Polizei ihn Stunden später aus dem Keller befreite.

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Video als Beweismittel und psychische Folgen

Während des Prozesses wurde ein verstörendes Video abgespielt, das die Demütigungen und die Folter zeigt. Darin ist zu sehen, wie der gefesselte Fahrer mit einem Eimer Wasser übergossen wird und vor Kälte zittert. Im Hintergrund ist die Stimme von Abdulrahman M. zu hören, der sarkastisch fragt: „Sehr schön. Hast du gelernt?“ Das verletzte Opfer wimmert nur: „Was habe ich gemacht?“ Das Video soll der Hauptangeklagte seiner Frau geschickt haben, was die Brutalität der Tat unterstreicht.

Das Opfer leidet bis heute psychisch unter dem Erlebten. Richter Siegfried Christ betonte im Urteil, dass die Tat schwerwiegende Folgen hatte und das Leben von Izet A. nachhaltig beeinträchtigt ist.

Urteile mit Bewährungsstrafen für alle Angeklagten

Abdulrahman M., bereits vorbestraft wegen Betrugs und Fahrens ohne Führerschein, räumte die Tat zum Prozessauftakt ein und zahlte dem Opfer 8000 Euro Schmerzensgeld. Richter Christ verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und mahnte: „Sie können froh sein. Drei Jahre wären möglich gewesen – dann ohne Bewährung.“

Die drei Mitangeklagten, Ghannam A. (35), Ahmad D. (25) und Hussein A. (28), die für Abdulrahman M. arbeiteten, bestritten ihre Beteiligung. Das Gericht glaubte ihnen jedoch nicht und argumentierte: „Sie hatten Stunden, um einzugreifen.“ Sie erhielten jeweils ein Jahr auf Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und könnte in der Berufung überprüft werden.

Dieser Fall zeigt, wie schnell Konflikte eskalieren können und unschuldige Menschen in Gewaltspiralen geraten. Die Justiz in Thüringen hat hier ein deutliches Zeichen gesetzt, auch wenn die Bewährungsstrafen bei einigen Beobachtern auf Kritik stoßen.

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