Die großangelegte Suche nach dem Goldschatz von Manching in Plate bei Schwerin dauert an. Am zweiten Einsatztag blieb ein Fund jedoch weiterhin aus. Polizei und Spezialkräfte durchkämmen das Grundstück und Wohnhaus des Hauptverdächtigen, doch bislang fehlt jede Spur von den wertvollen Keltenmünzen.
Bislang kein Goldfund in Plate
Die Bilanz der Suchaktion ist ernüchternd. Bis Dienstagvormittag, 10 Uhr, haben die Einsatzkräfte weder Goldmünzen noch andere Teile der Beute entdeckt. „Wir haben bislang leider nichts gefunden. Aber es war klar, dass die Suche nicht einfach wird“, erklärte Fabian Puchelt, Sprecher des Landeskriminalamtes Bayern. Trotz des ausbleibenden Fundes ist die Stimmung vor Ort konzentriert. Zentimeter für Zentimeter arbeiten sich die Ermittler durch das Grundstück und das Wohnhaus des Hauptverdächtigen.
Zoll verstärkt Suche mit Röntgengerät
Das Aufgebot wächst weiter: Am 5. Mai sind zusätzliche Kräfte des Zolls aus Stralsund eingetroffen, um die Durchsuchung zu unterstützen. Sie haben ein spezielles Röntgengerät dabei, mit dem erste Fundstücke durchleuchtet werden sollen. Während im Haus Wände, Böden und Möbel weiter akribisch überprüft werden, richtet sich der Blick draußen vorrangig auf den hinteren Gartenbereich. Dort wird der Boden systematisch abgesucht: Schicht für Schicht, Punkt für Punkt.
Schon am Montag hatten die Einsatzkräfte bis in den Abend hinein gearbeitet, erst gegen 19 Uhr wurde die Suche unterbrochen. Ursprünglich war der Einsatz auf zwei Tage angelegt. Doch ob es dabei bleibt, ist offen. „Wir müssen schauen, wie weit wir heute kommen und ob wir eventuell noch verlängern“, so Fabian Puchelt.
Historische Bedeutung des Schatzes
Dass die Ermittler nicht locker lassen, hat einen Grund, der weit über den materiellen Wert hinausgeht. Gesucht wird der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts, ein Schatz von unschätzbarer historischer Bedeutung. In der Nacht zum 22. November 2022 war er aus dem Kelten Römer Museum in Manching gestohlen worden: 483 Münzen und ein Goldklumpen, insgesamt rund 3,7 Kilogramm pures Gold, mehr als 2000 Jahre alt.
Ein Teil der Beute tauchte später wieder auf, genau in Plate. Deshalb gehen die Ermittler davon aus, dass sich ein erheblicher Teil der Beute noch immer in seinem Besitz befinden könnte, möglicherweise versteckt im Haus, im Mauerwerk oder im Erdreich des Grundstücks.
411 Münzen verschwunden, nur 500 Gramm Gold gesichert
Die Ermittler stellten damals rund 500 Gramm Gold sicher, mutmaßlich eingeschmolzen. Die Hoffnung ist groß, dass die restlichen Münzen noch intakt sind. Aber bislang ist der Großteil verschwunden: 411 Münzen, etwa drei Kilogramm Gold, sind bis heute nicht gefunden.
Im Zentrum der aktuellen Durchsuchung steht das Grundstück des mutmaßlichen Haupttäters aus Plate. Der 48-Jährige wurde vom Landgericht Ingolstadt zu elf Jahren Haft verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Lebensgefährtin wegen Geldwäscheverdachts im Fokus
Auch die Lebensgefährtin des Mannes ist in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Sie soll von den Taten gewusst und beim Umgang mit mutmaßlich illegal erlangtem Geld geholfen haben.
Bereits am ersten Einsatztag war deutlich geworden, mit welchem Aufwand die Fahnder vorgehen: Räume werden vermessen, Baupläne abgeglichen, Böden mit Radar durchleuchtet. Speziell ausgebildete Goldspürhunde aus Ungarn kamen ebenso zum Einsatz wie ein Banknotenspürhund aus Mecklenburg-Vorpommern.



