Die großangelegte Suche nach dem Keltenschatz von Manching in Plate bei Schwerin geht in die zweite Runde. Trotz des unermüdlichen Einsatzes von Polizei, Spezialkräften und Zoll blieb ein Fund bis zum Dienstagvormittag aus. Der Regen erschwert die Arbeit, doch die Ermittler arbeiten sich Zentimeter für Zentimeter durch das Grundstück und Wohnhaus des Hauptverdächtigen.
Bislang kein Goldschatz-Fund in Plate
Die Bilanz ist ernüchternd: Bis Dienstagvormittag, 10 Uhr, wurden weder Goldmünzen noch andere Teile der Beute entdeckt. „Wir haben bislang leider nichts gefunden. Aber es war klar, dass die Suche nicht einfach wird“, erklärte Fabian Puchelt, Sprecher des Landeskriminalamtes Bayern. Die Stimmung vor Ort bleibt dennoch konzentriert. Die Ermittler durchkämmen das Grundstück und das Haus des 48-jährigen Hauptverdächtigen, der vom Landgericht Ingolstadt zu elf Jahren Haft verurteilt wurde – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zoll verstärkt Suche mit Röntgengerät
Am 5. Mai trafen zusätzliche Kräfte des Zolls aus Stralsund ein, die ein spezielles Röntgengerät mitbrachten, um erste Fundstücke zu durchleuchten. Während im Haus Wände, Böden und Möbel akribisch überprüft werden, konzentrieren sich die Ermittler im Außenbereich vorrangig auf den hinteren Garten. Der Boden wird systematisch Schicht für Schicht abgesucht. Bereits am Montag wurde bis in den Abend gearbeitet; die Suche wurde gegen 19 Uhr unterbrochen. Ursprünglich auf zwei Tage angelegt, ist eine Verlängerung nicht ausgeschlossen.
Historischer Schatz von unschätzbarem Wert
Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 bei Manching entdeckt und im Kelten- und Römermuseum ausgestellt. In der Nacht zum 22. November 2022 wurde er gestohlen: 483 Münzen und ein Goldklumpen, insgesamt rund 3,7 Kilogramm pures Gold, mehr als 2000 Jahre alt. Ein Teil der Beute tauchte später in Plate wieder auf, weshalb die Ermittler annehmen, dass sich ein erheblicher Teil noch immer im Besitz des Hauptverdächtigen befindet – möglicherweise versteckt im Haus, im Mauerwerk oder im Erdreich.
411 Münzen weiterhin verschollen
Bislang wurden nur rund 500 Gramm Gold sichergestellt, mutmaßlich eingeschmolzen. Die Hoffnung ist groß, dass die restlichen Münzen noch intakt sind. 411 Münzen – etwa drei Kilogramm Gold – sind jedoch weiterhin verschwunden.
Lebensgefährtin unter Geldwäscheverdacht
Auch die Lebensgefährtin des Hauptverdächtigen steht im Fokus der Ermittlungen. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Sie soll von den Taten gewusst und beim Umgang mit mutmaßlich illegal erlangtem Geld geholfen haben.
Bereits am ersten Einsatztag wurde deutlich, mit welchem Aufwand die Fahnder vorgehen: Räume werden vermessen, Baupläne abgeglichen, Böden mit Radar durchleuchtet. Speziell ausgebildete Goldspürhunde aus Ungarn sowie ein Banknotenspürhund aus Mecklenburg-Vorpommern kamen zum Einsatz. Die Suche dauert an.



