Indigene Schauspielerin verklagt James Cameron wegen Gesichtsdiebstahls
Klage gegen James Cameron: Gesichtszüge gestohlen?

Die Schauspielerin Q’orianka Kilcher hat eine Klage gegen den Regisseur James Cameron und die Walt Disney Company eingereicht. Sie wirft ihnen vor, ihre Gesichtszüge ohne Erlaubnis für die Figur Neytiri aus dem Film „Avatar“ verwendet zu haben. Die Klage wurde bei einem kalifornischen Bezirksgericht eingereicht und stützt sich unter anderem auf ein Gesetz gegen Deepfakes.

Die Vorlage für Neytiri

James Cameron hatte in einem Interview mit dem französischen Magazin „Konbini“ während einer Ausstellung in Paris im Jahr 2024 enthüllt, dass Kilchers Gesicht als Inspiration für die indigene Na'vi-Figur diente. Er bezeichnete ihr „sehr interessantes Gesicht“ als Quelle für seine Zeichnungen, insbesondere die untere Gesichtshälfte. Kilcher, die als 14-Jährige in Terrence Malicks Film „The New World“ die Rolle der Pocahontas spielte, war damals in einer Anzeige in der „Los Angeles Times“ zu sehen. Cameron sah das Bild und nutzte es als Vorlage.

Die Reaktion von Kilcher

Kilcher traf Cameron 2010 bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Hollywood, wo er ihr eine handsignierte Zeichnung von Neytiri schenkte. Erst als ein Videoausschnitt des Interviews 2025 auf TikTok und Twitter viral ging, wurde ihr bewusst, dass ihr Gesicht ohne Zustimmung verwendet worden war. In der Klageschrift heißt es, sie habe sich zunächst geschmeichelt gefühlt, später jedoch erkannt, dass es sich um „Diebstahl“ handele.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rechtliche Grundlage

Die Klage beruft sich auf das kalifornische „Right of Publicity“-Gesetz, das die unbefugte Nutzung der Identität einer Person verbietet. Zudem wird ein Deepfake-Pornografie-Paragraph angeführt, da eine Liebesszene von Neytiri in „Avatar“ gezeigt wird. Kilchers Anwalt betont, dass es sich nicht um Inspiration, sondern um Ausbeutung handele: „Cameron hat die einzigartigen biometrischen Merkmale eines 14-jährigen indigenen Mädchens genommen und damit Milliarden verdient, ohne sie um Erlaubnis zu fragen.“

Bedeutung für die Zukunft

Kilcher sieht den Fall als Warnung für das KI-Zeitalter: „Unser Aussehen ist nicht mehr sicher. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird so etwas zur Normalität.“ Der Fall erinnert an die Forderungen der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA während des Hollywood-Streiks 2023, die eine Regelung für die Nutzung digitaler Kopien von Schauspielern durchsetzte. Cameron und Disney haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration